Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Hautkrebs: Basaliome, Plattenepithelkarzinome, maligne Melanome

Hautkrebs – dieser Begriff ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen der Haut. Ihr biologisches Verhalten ist unterschiedlich, und die einzelnen Krebsformen werden auch unterschiedlich behandelt.

Basaliome und Plattenepithelkarzinome

Zu den Hauttumoren gehören die vergleichsweise häufigen Basaliome oder Basalzellkarzinome, die von der Basalzellschicht der Haut ausgehen. Ebenfalls häufig treten Plattenepithelkarzinome auf, weitere Bezeichnungen dafür lauten Spinaliome oder Spindelzellkarzinome.

Experten schätzen, dass von 100.000 Menschen pro Jahr mindestens 100 eine solche Hautveränderung aufweisen, Tendenz steigend. Genaue Zahlen fehlen, da die einfache Entfernung, ambulant beim Hautarzt, oft als Therapie völlig ausreichend ist. Daher erfassen die Krebsregister (www.gekid.de) die Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome oft gar nicht. Dies gilt auch für einige weitere, etwas seltenere Hautveränderungen, die insgesamt als wenig bösartig gelten.
Diese gelegentlich auch als "weißer" Hautkrebs bezeichneten Tumorformen metastasieren sehr selten. Sie können fast immer chirurgisch entfernt werden. Dann wird das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop untersucht, um den genauen Tumortyp festzustellen und zu prüfen, ob auch alle Tumoranteile erfasst wurden. Mit dieser Vorgehensweise lässt sich der Tumor am besten kontrollieren. Sitzt die Hautveränderung an einer Stelle, bei der nur schwer operiert werden kann, zum Beispiel am Auge, ist auch die Vereisung oder Kryotherapie möglich. Auch mit einigen Medikamenten in Salbenform und gegebenenfalls mit einer Bestrahlung kann eine Tumorrückbildung erzielt werden, wenn eine Operation nicht möglich ist.

Malignes Melanom, der schwarze Hautkrebs

Einen anderen Verlauf als bei Basaliom und Plattenepithelkarzinom beobachten Mediziner beim Melanom, dem "schwarzen Hautkrebs".
Diese Hautkrebsform gilt als gefährlicher, da sich die Krebszellen rasch über das Lymphgefäßsystem oder die Blutbahn im Körper ausbreiten können. Zwar kann auch hier die chirurgische Entfernung ausreichen. Bei nicht wenigen Patienten haben sich aber zum Zeitpunkt der Entdeckung schon Metastasen gebildet. Daher spielen neben einer Operation eine Immuntherapie und gegebenenfalls eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung bei der Behandlung eine wichtige Rolle. Relativ neu sind sogenannte zielgerichtete Medikamente, die sich gegen besondere Eigenschaften der Tumorzellen richten. Vielen Patienten, bei denen sich der Tumor nur schlecht kontrollieren lässt, wird die Behandlung in klinischen Studien mit neuen und zum Teil noch experimentellen Verfahren empfohlen.
Maligne Melanome sind wesentlich seltener als Basaliome oder Plattenepithelkarzinome: Jährlich erkranken nach Angaben der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister und des Robert-Koch-Instituts (www.gekid.de oder www.rki.de, Broschüre "Krebs in Deutschland") etwa 15.830 Menschen an einem Melanom. Fachleute schätzen, dass derzeit etwa 37.900 Frauen und 27.600 Männer mit einer höchstens fünf Jahre zurückliegenden Diagnose eines malignen Melanoms in Deutschland leben (www.rki.de, Broschüre "Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland"). Mehr zur Verbreitung von Krebserkrankungen hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.

Während beim Basaliom und den Plattenepithelkarzinomen die Belastung der Haut durch Sonne oder Solarien als Risikofaktor eine entscheidende Rolle spielt, galten beim Melanom die Zusammenhänge mit der UV-Strahlung lange als weniger eindeutig. Inzwischen gehen Experten aber davon aus, dass Sonne, Solarien oder andere UV-Quellen auch hier viel zum Risiko beitragen.

Informationen am Telefon oder per E-Mail

Wir beantworten Ihre Fragen:
Aktuelle Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Hautkrebsformen stellt der Krebsinformationsdienst KID am Telefon und per E-Mail zur Verfügung:

  • Wie einigen Hautkrebsformen vorgebeugt werden kann, wie der Arzt die verschiedenen Formen voneinander unterscheidet, wie die Behandlung aussieht und was Patienten nach der Therapie beachten sollten, können Sie mit uns unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40 besprechen oder in einer E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de erfragen.

Broschüren und Fachinformationen

Informationen anderer Anbieter

Eine Auswahl von Broschüren anderer Institutionen, die innerhalb Deutschland kostenlos erhältlich sind, hat KID hier zusammengestellt. Dort sind sowohl Informationen zur Vorbeugung der häufigeren Hautkrebsformen als auch Übersichten zur Behandlung zu finden.

Nur an Fachleute richten sich die drei Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung von Basaliomen, Plattenepithelkarzinomen sowie von Melanomen, die 2005 von Hautkrebsexperten im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und in Zusammenarbeit mit  weiteren Fachgesellschaften erstellt wurden (online bei der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie in der Krebsgesellschaft unter www.ado-homepage.de oder unter www.leitlinien.net).

  • Patienten, die diese Leitlinientexte nutzen möchten, sollten sich auf jeden Fall mit ihren Ärzten darüber verständigen, was davon auf ihre Situation zutrifft und was nicht. Auch gibt es bei der Hautkrebsbehandlung immer wieder neue Entwicklungen und aktuelle Studien, deren Ergebnisse erst mit einer gewissen Verzögerung bei der Leitlinienerstellung berücksichtigt werden können.

Kutane Lymphome - kein Hautkrebs im engeren Sinne

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Nicht zur Gruppe der Hauttumoren zählen Fachleute die so genannten kutanen Lymphome: Diese Krebsform zeigt sich zwar durch Hautveränderungen, geht aber von Blut- und Knochenmarkszellen aus. Eine Übersicht über die wichtigsten Fakten zu den kutanen Lymphomen lesen Sie in der Rubrik"Krebsarten", Stichwort "Lymphome".

Fachinformationen und wissenschaftliche Quellen

Leitlinien und Richtlinien:
Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krebserkrankungen, online im PDF-Format unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/17.

Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO). Ein Zugang zu verschiedene dermatologisch-onkologischen Leitlinien findet sich online unter www.ado-homepage.de/index.php?ID=10.


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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 22.10.2009