
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deObwohl Magenkrebspatienten durch Erkrankung und Therapie oft körperlich geschwächt sind, hat Bewegung - in Maßen - für sie schon früh einen großen Stellenwert: Gerade Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass vorsichtige Aktivität im Rahmen des jeweils Möglichen sich positiv auf den Appetit auswirkt. Auch bei einigen typischen Verdauungsproblemen ist ein bißchen Bewegung günstiger ist als zu viel Schonung und langes Liegen.
Haben sich Patienten nach einer Magenkrebsbehandlung wieder erholt und ist die Ernährungsumstellung befriedigend verlaufen, kann angepaßter Sport wieder Teil des Alltags werden. Einen vorsichtigen Einstieg bieten spezielle Sportgruppen der Krebsnachsorge. Sie werden meist von den Sportvereinen vor Ort getragen und von den Landessportbünden unterstützt. Eine Liste mit Links zu den Landessportbünden und den Trägervereinen vor Ort ist im Internet unter www.sportprogesundheit.de verfügbar - Achtung, da in dieser Liste zum Beispiel auch Herzsportgruppen aufgeführt sind, kann sie für manche Orte sehr lang sein.
Viele Patienten wollen nach einer Magenkrebserkrankung ihre bisherige Lebensweise verändern. Alternative Mittel, Nahrungsergänzungsmittel und sogenannte immunstärkende Mittel stoßen auf großes Interesse. Betroffene und ihre Familien sollten sich jedoch nicht unkritisch auf alle Angebote einlassen, die ihnen gemacht werden. Nach bisherigem Kenntnisstand fehlt für die oft als "alternativ" verstandenen Methoden der Nachweis der Wirksamkeit: Die allermeisten haben die heute etwa bei der Zulassung fast aller neuen Medikamente vorgeschriebene strenge Prüfung nie durchlaufen oder nicht bestanden.
Trotzdem wird vielen dieser Mittel zugeschrieben, dass sie die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, stärken und damit auch gegen Krebszellen aktivieren sollen. Die Immunabwehr funktioniert aber in einem komplexen und komplizierten Zusammenspiel vieler Faktoren, das noch lange nicht vollständig untersucht und geklärt ist. Bei einigen Präparaten weiß man, dass sie tatsächlich Veränderungen im Immunsystem auslösen können. Aber ob sich diese Effekte günstig auf eine Krebserkrankung und die allgemeine Gesundheit auswirken, ist weit weniger klar. Auch unerwünschte Wirkungen sind nicht auszuschließen.
Verbreitet sind Zubereitungen aus der Mistel. Bis zur BSE-Krise, dem "Rinderwahnsinn", waren auch Zubereitungen aus tierischen Organen wie dem Thymus sehr populär. Einige dieser Präparate gibt es schon sehr lange, und manche Ärzte haben damit gute Erfahrungen bei der Besserung des allgemeinen Wohlbefindens der Patienten gemacht. Ob die beobachteten positiven Wirkungen aber auf der Behandlung beruhen oder eher darauf, dass der Patient das Gefühl hat, es werde etwas für ihn getan (sogenannter Plazeboeffekt), kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen.
Andere Methoden wiederum werden als schnelle und erfolgreiche Umsetzung
neuester Forschungserkenntnisse angeboten. Hier kann eine Einschätzung
sehr schwierig sein.
Oft gründen sich solche Behandlungsmethoden
auf Verfahren, die bisher nur an Zellkulturen oder bei Labortieren
untersucht wurden und über deren Wirkungen beim Menschen noch zu wenig
bekannt ist. Teilweise werden auch Behandlungsverfahren weiter
eingesetzt, obwohl sie mangels überzeugender Wirksamkeit von der
Mehrheit der damit beschäftigten Ärzte und Wissenschaftler bereits
wieder aufgegeben wurden. Außerdem ist es mitunter schwierig, die für
die Beurteilung notwendigen Einzelheiten solcher Methoden in Erfahrung
zu bringen, da sie nirgendwo veröffentlicht wurden.
Für die meisten dieser Methoden wird auch damit geworben, dass sie nicht schadeten. Es ist richtig, dass - zumindest bei den seit langem verwendeten Mitteln - die Nebenwirkungen nicht so stark sind wie zum Beispiel bei einer Chemotherapie. Sie können aber sehr wohl bestimmte Laborwerte verändern oder grippeähnliche Krankheitszeichen hervorrufen. Deshalb sollte jeder Patient seinen Arzt über die Anwendung aller nicht verordneten Methoden informieren, damit dieser solche Symptome oder Veränderungen richtig interpretieren kann.
Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird oft als massiver Einschnitt erlebt: Bisher Gewohntes und viele zukünftigen Ziele scheinen zunächst infrage gestellt. Die Lebensqualität ist zumindest für einige Zeit durch die notwendige Umstellung der Ernährung deutlich eingeschränkt. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Niedergeschlagenheit, aber auch Zeiten der Hoffnung und des intensiven Erlebens.
Angehörigen und enge Freunden erleben diese Zeit meist ähnlich: Auch sie setzen sich mit der Frage nach der Zukunft auseinander, versuchen zu helfen, sind aber auch mit ihrer eigenen Bewältigung der Situation konfrontiert.