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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

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Dickdarmkrebsgewebe, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Dickdarmkrebs: Befunde und Staging

So wird das Erkrankungsstadium erfasst

Dieser Text ist Teil umfassender Informationen zum Thema Dickdarmkrebs. Diese richten sich in erster Linie an Patienten mit Dickdarmkrebs und ihre Angehörigen sowie an Interessierte, die sich über das Thema informieren möchten. Links führen zu weiteren Informationen sowie den genutzten Quellen.
Informationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung zu Befunden und die Behandlungsplanung jedoch nicht ersetzen.

Letzte Aktualisierung: 22.04.2010

Was bedeuten Fachbegriffe in Arztbriefen?

Für die Angabe des Tumorstadiums bei kolorektalen Tumoren gibt es mehrere international verwendete Klassifizierungssysteme. Sie erleichtern Medizinern und Wissenschaftlern die Kommunikation und Diskussion von Befunden und die Informationsvermittlung in Arztbriefen. Aber auch für Forschungszwecke kann so die Situation von Patienten einfach und trotzdem präzise beschrieben werden.
Erfasst werden Befunde aus Voruntersuchungen, der Operationsbefund und Ergebnisse mikroskopischer und molekularbiologischer Untersuchungen des Tumorgewebes und der Lymphknoten.

Die folgenden Systeme sind international üblich:

TNM-System

Eines dieser Systeme ist das sogenannte TNM-System. Dabei steht T für Tumor, N für das lateinische Nodus (= Lymphknoten) und M für das Vorhandensein von Metastasen. Hinzu kommen Zahlenangaben hinter den Buchstaben, die die Ausbreitung des Tumors sowie die Zahl der befallenen Lymphknoten oder Metastasen kodieren. Dabei steht die Null (0) für gesunde Lymphknoten (N0) oder das Fehlen von Metastasen (M0). Ein X, zum Beispiel TX oder NX, bedeutet, die Situation kann anhand der vorliegenden Untersuchungsbefunde nicht sicher beurteilt werden, oder dazu notwendige Untersuchungen wurden (noch) nicht durchgeführt. Bei TX kann der Primärtumor nicht beurteilt werden - die vorliegenden Befunde reichen nicht aus, um gesicherte Aussagen zur Ausdehnung eines Tumors zu treffen. Bei NX sind keine Angaben zum Tumorbefall regionärer Lymphknoten möglich. Die Angabe MX wird nicht verwendet.

Ein kleines p vor der TNM-Angabe bedeutet, der Befund wurde postoperativ, also nach einer Operation, durch die Untersuchung von entnommenem Gewebe durch einen Pathologen bestätigt. Die Angabe pM1 bedeutet zum Beispiel, dass die Ärzte Fernmetastasen gefunden haben.

Der Buchstabe R steht nach einer Therapie für einen Resttumor, R0 (R und die Zahl 0) bedeutet, dass kein Tumorgewebe mehr nachweisbar ist. Ein "L" kann für den Einbruch eines Tumors in Lymphgefäße stehen, ein "V" dafür, dass Venen mit betroffen sind. Die Abkürzung "Pn" (perineurale Invasion) besagt, dass Tumorzellen auch das Gewebe, das Nerven umgibt, befallen.

Mehr zum TNM-System allgemein hat der Krebsinformationsdienst im Text "TNM-System und Staging" zusammengestellt. Einen kurz gefassten Überblick zum Laden, Drucken und Lesen bietet das Informationsblatt "Befunde verstehen".

UICC-Stadieneinteilung

Kolorektale Tumoren werden, auf der TNM-Klassifizierung aufbauend, meist nach dem System der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC, Union Internationale contre le Cancer, www.uicc.org) verschiedenen Stadien zugeordnet.
Entsprechende Einstufungen lauten dann UICC I bis IV, die mit den Buchstaben A, B und C jeweils noch unterteilt werden können.

  • Für Frühformen von Darmkrebs, bei denen Tumorzellen nicht über die Darmschleimhaut hinaus vorgedrungen sind, wird die Bezeichnung "Carcinoma in situ" oder "Tis" verwendet, man findet gelegentlich auch die Einstufung "UICC-0".
  • Das Stadium UICC-I steht für ein kleines Karzinom, das sich nicht ausgebreitet hat (N0, M0) und sich entweder auf die Darmschleimhaut beschränkt (T1) oder höchstens bis zur Muskelschicht der Darmwand vorgewachsen ist (T2).
  • Das Stadium UICC-II steht für Tumoren, die ebenfalls noch nicht gestreut haben (N0, M0). Sie haben die äußere Schicht der Darmwand erreicht (T3, UICC-Stadium IIA), haben die Darmwand durchbrochen und sind ins Bauchfell (T4a, UICC-Stadium IIB) oder in umliegende Organe oder Gewebe eingewachsen (T4b, UICC-Stadium IIC).
  • Beim UICC-Stadium III sind Lymphknoten befallen. Die Angabe UICC-IIIA steht für eigentlich noch kleinere Tumoren, die nicht die Darmwand durchbrochen, sich aber auf bis zu sechs Lymphknoten ausgebreitet haben (T1, T2 plus N1a oder T1 plus N2a). Das Stadium UICC-IIIB beschreibt Tumoren von unterschiedlicher Ausdehnung: Diese Angabe wird für kleinere Tumoren (T1, T2) verwendet, wenn Krebszellen in sieben oder mehr Lymphknoten der näheren Umgebung gefunden wurden (N2b); aber auch für größere Tumoren, wenn entsprechend weniger Lymphknoten betroffen sind (T2, T3 plus N2a oder T3, T4a plus N1). Im Vergleich dazu bedeutet das Stadium UICC-IIIC, dass sich der Tumor bereits weiter ausgedehnt hat und zudem eine größere Anzahl von Lymphknotenmetastasen vorliegt (T4a plus N2a oder T3, T4b plus N2b oder T4b plus N1, N2). Die Angabe T4aN2aM0 steht beispielsweise für einen Tumor, der in das Bauchfell eingewachsen ist. Gleichzeitig sind vier bis sechs regionäre Lymphknoten befallen, Fernmetastasen wurden jedoch nicht gefunden.
  • Beim Nachweis von Fernmetastasen gilt die Stadieneinteilung als UICC-IV. IVA heißt, dass die Metasen auf ein Organ beschränkt sind, bei IVB wurden Metastasen in mehr als einem Organ oder im Bauchfell entdeckt.

Gelegentlich finden Patienten noch die heute nicht mehr gängige Angabe von Tumorstadien "nach Dukes". Dabei entsprechen die Dukes-Stadien A bis D in etwa den UICC-Stadien I bis IV.

Grading, molekularbiologische Tumoreigenschaften

Aus dem bei einer Operation entnommenen Gewebe lässt sich das sogenannte Grading (abgekürzt G) bestimmten: Diese Werte geben an, wie sehr sich die Tumorzellen bei der Betrachtung unter dem Mikroskop von gesundem Gewebe unterscheiden. Heute können mit molekularbiologischen Untersuchungen weitere Eigenschaften des Tumorgewebes identifiziert werden. Diese Tests spielen vor allem dann eine Rolle, wenn der Einsatz so genannter zielgerichteter Medikamente geplant wird, mehr dazu im Kapitel "Neue Verfahren gegen Darmkrebs".