Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Hirntumoren: Krebserkrankung in der "Schaltzentrale" des Menschen

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Hirntumoren sind vergleichsweise selten. Sie kommen sowohl bei Erwachsenen wie auch schon bei Kindern vor. Eine Erkrankung kann das Leben Betroffener sehr verändern.
Man unterscheidet mehrere Formen von Hirntumoren, je nachdem, von welchem Gewebetyp die Krebserkrankung ausgeht. Fachleute sprechen zur exakteren Bezeichnung von Tumoren des Zentralnervensystems, oft als ZNS-Tumoren abgekürzt.
Abhängig vom Gewebetyp und der jeweils typischen Zellveränderung, die bei einem Patienten hinter der Krebserkrankung steht, werden die verschiedenen Tumoren des Zentralnervensystems im Einzelnen auch unterschiedlich behandelt.

Hirntumoren: Ein kurzer Überblick

Andere Tumoren, die im Gehirn auftreten können

Hirntumoren gehen sehr häufig von den so genannten Gliazellen im Zentralnervensystem aus. Zu diesen Krebsformen gehören Glioblastome, Astrozytome, Oligodendrogliome und einige weitere Tumorformen; ein viel genutzter Überbegriff für einige dieser Krebsarten lautet Gliome.
Ependymome gehen vom Deckgewebe des Nervensystems aus. Die Meningeome sind Tumoren der so genannten Meningen, der Hirn- und Rückenmarkshäute. Andere Tumoren können in den Hirnnerven entstehen, dazu zählen zum Beispiel Schwannome, Neurinome oder Neurofibrome. Tumoren, die von den Hirnblutgefäßen ausgehen, kommen ebenfalls vor. Die Tumoren der Drüsen im Gehirn sind oft gutartig, zum Beispiel so genannte Hypophysenadenome.
Schließlich gibt es einige Sonderformen der Lymphome und der Sarkome, beides Krebsarten, die im ganzen Körper und damit auch im Zentralnervensystem auftreten können.

Achtung: Nicht mit Hirnmetastasen verwechseln

Hirnmetastasen - keine Hirntumoren!
Nicht zu den Hirntumoren gehören Hirnmetastasen.
Hierunter versteht man Zellabsiedelungen anderer Organtumoren.

Nicht zu den Hirntumoren gehören Hirnmetastasen: Zwar können sie ähnliche Symptome verursachen. Sie sind jedoch nicht aus dem Hirngewebe hervorgegangen, sondern entstehen aus Zellabsiedelungen anderer Organtumoren, die bis ins Gehirn oder Rückenmark vorgedrungen sind. Hirnmetastasen, die beispielsweise durch eine Lungenkrebserkrankung entstanden sind, sind also keine ZNS-Tumoren. Sie werden weiter wie Lungenkrebs behandelt.
Informationen zu Hirnmetastasen hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.

Risiken nicht bekannt

Primäre Hirntumoren, also die Krebsformen des Zentralnervensystems im engeren Sinn, sind  bei Erwachsenen vergleichsweise selten. In den Übersichtsstatistiken, die regelmäßig von der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister (www.gekid.de) veröffentlicht werden, sind sie nicht aufgeführt.
Die Register erfassen die Erkrankungen jedoch für wissenschaftliche Fragestellungen: Die Raten sind über eine Fachdatenbank bei der "Dachdokumentation Krebs" im Robert-Koch-Institut zugänglich, im Internet unter www.rki.de, Rubrik "Gesundheitsberichterstattung und Epidemiologie".
Bei Kindern sind die Tumoren im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen etwas häufiger als bei Erwachsenen; hier bietet das Deutsche Kinderkrebsregister unter www.kinderkrebsregister.de Zahlen und Statistiken.

Über die Risikofaktoren, die Hirntumoren auslösen, ist trotz umfangreicher Forschung wenig bekannt. Bisher lassen sich kaum tatsächlich beeinflussbare Risiken benennen. Umweltgifte, Telefonieren mit dem Handy oder andere Gefährdungen, die sich durch eine ingesamt gesunde Lebensweise oder das Vermeiden bestimmter Risikosituationen vermeiden ließen, scheinen keine Rolle zu spielen. Dementsprechend ist es derzeit auch nicht möglich, der Entstehung von Hirntumoren vorzubeugen.

Behandlung in spezialisierten Zentren

Die verschiedenen Formen der Hirntumoren verhalten sich, was Wachstum und Bösartigkeit angeht, recht unterschiedlich. Pauschale Aussagen zur Behandlung von Hirntumoren machen daher nur wenig Sinn. Betroffene finden in ihren behandelnden Ärzten die wichtigsten Ansprechpartner; für Hintergrundinformationen steht der Krebsinformationsdienst am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung.

Bei der Behandlung der meisten Hirntumoren spielen Operation und Strahlentherapie eine große Rolle. Auch einige Formen der Chemotherapie sind bei vielen, wenn auch nicht allen Hirntumoren wirksam. Patienten benötigen eine sehr sorgfältige Beratung und Betreuung, auch in der Nachsorge.
Für die meisten Erkrankten besteht die Empfehlung der Fachgesellschaften, sich nur in spezialisierten Zentren behandeln zu lassen, in denen Fachleute mit großer Erfahrung aus verschiedenen Arbeitsfeldern zusammenarbeiten. Dazu gehören beispielsweise die Experten, die  sich in der Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft e.V. (NOA) innerhalb der Deutschen Krebsgesellschaft organisiert haben, mehr unter www.neuroonkologie.de. Weiter gehören dazu Zentren im Deutschen Gliomnetzwerk unter Förderung der Deutschen Krebshilfe(www.gliomnetzwerk.de).
Es gibt weitere Kliniken sowie niedergelassene Ärzte, die entsprechende Erfahrung haben und auch andere Formen von Hirntumoren behandeln können.

Anlaufstellen und Informationen im Internet

- NOA - Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., online unter www.neuroonkologie.de. Die Seite richtet sich vorwiegend, aber nicht ausschließlich an Fachleute. Sie bietet zum Beispiel aktuelle Behandlungsleitlinien zur Diagnostik und Behandlung von Hirntumoren, Informationen zu laufenden Studien und Links.

- Deutsches Gliomnetzwerk, Verbundprojekt von Forschern und Kliniken, online unter www.gliomnetzwerk.de

- Deutsche Hirntumorhilfe, von Wissenschaftlern, Ärzten und Betroffenen gegründete Organisation mit vielen Informationen online, Auskünften am Telefon und Selbsthilfeangeboten im Internet und vor Ort, www.hirntumorhilfe.de

-  Rubrik "Wegweiser": Hier listet der Krebsinformationsdienst deutschsprachige und kostenlose Broschüren zum Thema Gehirntumoren auf.

Information am Telefon und per Mail

Wir beantworten Ihre Fragen: Aktuelle Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Hirntumoren stellt der Krebsinformationsdienst KID am Telefon und per E-Mail zur Verfügung.



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 11.09.2009