
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deZum Zentralnervensystem (ZNS) gehören das Gehirn und das Rückenmark. Informationen, die der Mensch aus seiner Umwelt bekommt, laufen hier zusammen, werden verarbeitet und in Reaktionen umgesetzt. Das Gehirn besteht wiederum aus einzelnen Bereichen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Auf das Großhirn entfallen beim Menschen rund 80 Prozent der gesamten Hirnmasse, obwohl es entwicklungsgeschichtlich der jüngste Teil des Gehirns ist. Das Großhirn besteht aus der dunkelgrauen Großhirnrinde und einer weißlichen inneren Marksubstanz. Dank intensiver Forschung kann man den beiden Gehirnhälften und sogar einzelnen Hirnarealen relativ exakt eine konkrete Aufgabe zuordnen.
Anhand der Aufgaben, die einzelne Bereiche erfüllen, unterscheiden Neurologen weitere Teile des Großhirns, die bei einer Ansiedlung von Tumorzellen mehr oder weniger typische Ausfälle aufweisen:
Das Stirnhirn ist "Sitz der Persönlichkeit" und des Antriebs. Bei Veränderungen in diesem Bereich zeigen Betroffene eine gewisse Apathie und Teilnahmslosigkeit, sie leiden unter Antriebslosigkeit und Motivationsmangel.
Die Schläfenlappen sind Ort der Bewegungssteuerung und der Berührungswahrnehmung. Hier werden jeder Muskel des Körpers kontrolliert, jede Berührung wahrgenommen, die Temperatur gefühlt und Schmerzreize empfunden. Dabei „kreuzen“ die Nervenfasern der Großhirnhälften. Die rechte Körperseite wird durch die linke Hirnhälfte (Hemisphäre), die rechte Körperseite durch die linke Hemisphäre kontrolliert.
Im Hinterhauptsbereich, dem Okzipitallappen, liegt die Sehrinde. Sie setzt die Farbeindrücke, Licht- und Schattenkonturen, die von den Augen wahrgenommen und von den Sehnerven weitergeleitet werden, zu einem Bild zusammen. Bei Schädigungen der Sehrinde können Patienten trotz intakter Augen nicht sehen, die Ärzte sprechen dann von Rindenblindheit.
Das Mittelhirn, ein entwicklungsgeschichtlich älterer Teil des Gehirns, besteht aus Zwischenhirn und der Hirnanhangdrüse. Aus dieser Drüse werden Hormone oder Taktgeber der Hormonbildung ausgeschüttet. Sie ist das übergeordnete Regelzentrum zum Beispiel für den weiblichen Zyklus oder die Schilddrüsenfunktion.
Das Kleinhirn unterstützt die Bewegungskontrolle und die Feinkoordination des Großhirns. Es hält eine gewisse Menge an Bewegungsprogrammen bereit, meist Muster von alltäglichen Bewegungsabläufen. Damit kann es einfache Abläufe bereits in Gang setzten und koordinieren, das Großhirn ist dann nur für die Feinabstimmung nötig. Damit regelt das Kleinhirn einfache Bewegungen auf "niedrigerer" Ebene und hält die Aufmerksamkeit der Großhirnhemisphären für komplexe Aufgaben frei.
Vom Gehirn ziehen Nervenbahnen aus, die zwölf Hirnnerven, die direkt Kopf und Hals und teilweise den Bauchraum versorgen, und das Rückenmark, das im Spinalkanal der Wirbelsäule geschützt den Rücken entlang läuft. Kurz oberhalb des Eintritts in das Rückenmark sitzt der Hirnstamm. Durch ihn ziehen nicht nur alle Nerven, die das Rückenmark mit dem Gehirn verbinden, sondern er ist auch als Sitz des entwicklungsgeschichtlich ältesten Hirnteils: Hier werden wichtige Körperfunktionen wie zum Beispiel Atmung, Stoffwechsel oder Blutdruck kontrolliert.
Der Liquor, das Nervenwasser, umspült das Gehirn innerhalb der Schädeldecke beziehungsweise der Hirnhäute von außen, steht aber auch über eine Reihe von sogenannten Zisternen mit dem Liquor im Inneren des Gehirnes. Hier findet man insgesamt vier Kammern oder Ventrikel, die ebenfalls mit Liquor gefüllt sind. Das Nervenwasser ist im Normalfall durch all diese Räume miteinander verbunden. Dies machen sich Ärzte bei der Gewinnung von Liquor zur Untersuchung oder bei der Gabe von Medikamenten zu Nutze: Sie müssen nicht das Gehirn selbst punktieren, es reicht ein Einstich in der Höhe der Lendenwirbelsäule.