
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deGewebetyp, Größe und Ausbreitung bestimmen die Planung der Behandlung bei Magenkrebs. Auch der Allgemeinzustand spielt eine große Rolle: Wenn jemand sehr viel abgenommen hat, oder weitere Erkrankungen vorliegen, kann dies die Möglichkeiten im ungünstigen Fall deutlich einschränken. Das Alter der Patientin oder des Patienten ist dagegen nicht ganz so wichtig: Statt des tatsächlichen Geburtsdatums entscheiden eher körperliche Fitness und sonstige Gesundheit darüber, ob ein Patient auch belastende Therapieformen verkraften kann.
Bei der Behandlungsplanung können sich Experten in der Krebsmedizin heute oft an sogenannten Leitlinien orientieren. Diese Zusammenfassungen des jeweils aktuellen Kenntnisstandes werden von Fachgesellschaften herausgegeben.
Einen solchen Überblick hatten die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie zuletzt 2004 auch zum Magenkarzinom veröffentlicht. Die Therapiemöglichkeiten werden im Rahmen von Studien jedoch kontinuierlich weiter entwickelt. Patienten und ihre Angehörigen sollten sich auf jeden Fall mit ihren behandelnden Ärzten über den aktuellen Stand der Magenkrebstherapie besprechen, der heute in einzelnen Punkten bereits von den Leitlinien des Jahres 2004 abweichen kann.
Ist ein Tumor eher klein und hat nicht auf umliegende Gewebe oder
andere Organe übergegriffen, ist der Allgemeinzustand gut, kann
versucht werden, mit einer Operation allein eine Heilung anzustreben.
Ist eine Operation gar nicht möglich, schaffen eine Chemotherapie und
gegebenenfalls auch eine Bestrahlung unter Umständen eine teilweise
Rückbildung des Tumors oder eine Verlangsamung seines Wachstums. Eine
dauerhafte Heilung ist so jedoch nicht möglich.
Wo der Tumor dem
Patienten kein normale Nahrungsaufnahme erlaubt, kann versucht werden,
die Passage zum Darm durch kleinere operative Eingriffe aufrecht zu
erhalten.
Insgesamt wird bei einer fortgeschrittenen Erkrankung
oder einem Rückfall auf jeden Fall eine möglichst auf die individuellen
Symptome und deren Linderung zugeschnittene Behandlung gesucht.
Ganz ohne Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen ist keine der verschiedenen Behandlungsformen gegen Magenkrebs. Allerdings lassen sich viele Beschwerden lindern. Eine Übersicht ist im Kapitel "Begleitende und unterstützende Behandlung" zusammengestellt.
Eine dauerhafte Heilung ist bei Magenkrebs nur möglich, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann. Die besten Chancen bestehen bei kleinen Tumoren im Stadium T1 und T2, wenn keine Lymphknoten befallen sind und der Tumor nicht metastasiert hat. Auch örtlich weiter fortgeschrittene Tumore können manchmal vollständig entfernt werden. Das Risiko, dass es dann im späteren Verlauf zu einem Rückfall kommt, ist aber größer als bei kleinen Karzinomen.
Bilden sich Metastasen in anderen Körperregionen, kann bei einem Teil der Patienten durch eine Chemotherapie der Tumor verkleinert oder für einen begrenzten Zeitraum im Wachstum gebremst werden. Eine dauerhafte Heilung ist dann jedoch nicht möglich.
Eine Magenkrebstherapie sollte in einer Klinik mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden. Sie verfügt im Idealfall nicht nur über alle Möglichkeit der Operation, Chemo- und Strahlentherapie, sondern beteiligt sich auch an der klinischen Krebsforschung, so dass Patienten gegebenenfalls auch die Teilnahme an Studien zur Verbesserung der Behandlung angeboten werden kann.
Solche Studien sollen zum Beispiel dazu beitragen, die bisher offenen Fragen zum Nutzen begleitender Behandlungsverfahren zu klären und die Chancen neuer Operationstechniken oder Medikamentenkombinationen bei der Chemotherapie herauszufinden.
Normalerweise hilft der Hausarzt oder der einweisende Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie bei der Wahl der richtigen Klinik. Er verfügt über entsprechende Informationen zur Erfahrung des Zentrums, oder kann sie recherchieren: Seit 2005 müssen Krankenhäuser regelmäßig Qualitätsberichte über ihre Arbeit veröffentlichen. Diese Informationen sind im Internet abrufbar unter www.g-qb.de, richten sich aber vorwiegend an Fachleute. Die Krankenkassen haben für Patienten im Internet besser verständliche Qualitätsberichte zur Verfügung gestellt oder informieren Betroffene bei der Suche nach einem Zentrum entsprechend.
Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, können bei der Wahl der Klinik aber auch persönliche Kriterien und Wünsche berücksichtigt werden, etwa die Nähe zum Wohnort, um Angehörigen Besuche zu erleichtern.