
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deDieser Text ist Teil umfassender Informationen zum Thema Lungenkrebs. Zu den belastenden Anzeichen eines Bronchialkarzinoms können Husten, Atemnot, Gewichtsverlust, Erschöpfung oder Schmerzen gehören. Wer muss mit solchen Beschwerden rechnen, und was lässt sich dagegen tun? Das Kapitel "Unterstützende Behandlung bei belastenden Symptomen" bietet einen Überblick. Es richtet sich in erster Linie an Patienten mit Lungenkrebs und deren Angehörige, aber auch an Interessierte. Für Fragen, die über diesen Text hinaus gehen, steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche ärztliche Beratung zur Abklärung von Beschwerden jedoch nicht ersetzen.
Als Informationsquellen wurden, soweit es sich nicht um Lehrbuchwissen handelt, im Wesentlichen Behandlungsleitlinien deutscher und internationaler Fachgesellschaften verwendet. Die bei der Texterstellung genutzten Quellen sind nach Möglichkeit direkt verlinkt, zudem sind sie im Kapitel "Mehr wissen zum Thema Lungenkrebs" unter dem Stichwort "Fachliteratur" aufgeführt.
Belastende Symptome: Die Lebensqualität erhalten!
Atemwege: Husten, Heiserkeit, Atemnot
Ernährung, Verdauung, Gewicht: Was tun gegen Gewichtsverlust und Übelkeit?
Schmerzen: Möglichkeiten der Linderung
Fatigue: Müdigkeit und Erschöpfung bei Lungenkrebs
Therapiebedingte Probleme: Vorbeugung und Behandlung
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Für Patienten mit einer Lungenkrebserkrankung ist die Behandlung von Krankheits- oder Therapiefolgen besonders wichtig. Längst nicht alle Erkrankten müssen mit belastenden Symptomen rechnen. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien steigt jedoch die Zahl der Patienten, die ohne unterstützende Behandlung unter Husten, Atemnot oder Schmerzen leiden. Viele Erkrankte haben zudem schon längere Zeit vor der Diagnose an Gewicht verloren, und ihr Allgemeinzustand ist insgesamt schlecht. Sie benötigen eine frühzeitig einsetzende unterstützende Behandlung, um ihre Lebensqualität zu verbessern und so lange und so gut wie möglich zu erhalten. Die entsprechenden Maßnahmen werden als supportive Therapien bezeichnet.
Husten ist das häufigste Symptom, unter dem Lungenkrebspatienten leiden. Oft ist es ein plötzlich auftretender, hartnäckiger Husten oder ein schlimmer werdender chronischer Husten, der überhaupt erst dazu führt, dass Patienten einen Arzt aufsuchen. Husten kostet einen ohnehin geschwächten Patienten viel Kraft. Zu einer Behandlung des Hustens bei Lungenkrebs gibt es bislang allerdings nur wenige wissenschaftliche Studien. Die bisherigen Behandlungsverfahren zielen vor allem auf die Linderung der Symptome ab.
Achtung: Übliche Hausmittel gegen Husten sollten Lungenkrebspatienten nicht auf eigene Faust anwenden - wichtig ist die Rücksprache mit dem Arzt.
Blutiger Speichel oder das mehr oder weniger häufige Abhusten von Blut (Hämoptyse) treten bei einem Fünftel aller Lungenkrebspatienten auf, nach anderen Untersuchungen sogar bei jedem dritten. Betroffen sind vor allem Erkrankte, deren Tumor zentral in der Lunge gelegen ist. Grund für die Blutungen sind empfindliche Blutgefäße im Tumor, die beispielsweise durch Husten platzen oder auch versehentlich im Rahmen einer Behandlung verletzt werden.
Schweres Bluthusten (Hämoptoe) bei Verletzung größerer Gefäße ist akut lebensbedrohlich. Frisches Blut oder getrocknete Blutklumpen können die Atemwege verlegen, auch der Blutverlust spielt eine Rolle. Trotzdem ist eine wirkungsvolle Behandlung nicht immer möglich.
Lässt sich die Blutung nicht stoppen, ist dies für Betroffene eine extrem belastende und lebensbedrohliche Situation. Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs sollten mit ihren Angehörigen und den behandelnden Ärzten nach Möglichkeit besprechen, was auf sie in einer solchen Notlage zukommen kann, welche Vorbereitungen möglich sind und was im Notfall zu tun ist.
Mehr zu Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung hat der Krebsinformationsdienst im Informationsblatt (PDF) "Fortgeschrittene Krebserkrankung - Pflege und Betreuung" zusammengestellt.
Mehr als die Hälfte aller Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs hat Atembeschwerden. Bei weiter fortschreitender Erkrankung leiden etwa acht von zehn Patienten unter Atemnot, auch als Dyspnoe bezeichnet. Atemnot verursacht nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch Angst, und ist deshalb umso belastender. Gleichzeitig ist sie ein subjektives Symptom, das sich kaum gezielt durch den Arzt messen lässt. Wie sehr Patienten unter Beschwerden leiden, sollten sie in Absprache mit ihren Ärzten in einer Art Tagebuch festhalten. So kann bei einer auffälligen Verschlechterung sofort gehandelt werden. Dazu wird beispielsweise eine Skala von null bis zehn verwendet, auf der Patienten ihre Beschwerden einordnen: Null bedeutet dabei, dass sie keinerlei Luftnot empfinden, zehn steht für extreme Beschwerden.
Nach sehr ausgedehnten Operationen dauert es einige Zeit, bis sich die verbliebene Lunge an die neue Aufgabe angepasst hat. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung ist es allerdings oft der Tumor selbst, der die Atmung beeinträchtigt. Eine schon vorher bestehende Herz- oder Lungenerkrankung kann Atemnot verstärken, und besonders das Rauchen verschlechtert die Lungenfunktion weiter. Wie belastend die Atembeschwerden für Patienten sind, ist von vielen weiteren Faktoren abhängig, so auch von Angst oder Aufregung.
Was tun, wenn sich Atemnot nicht auf Dauer lindern lässt? Diese Frage beunruhigt viele Patienten, bevor sie überhaupt betroffen sind. Eine beruhigende Umgebung, die Anwesenheit von Angehörigen und eine gute Erreichbarkeit des Arztes tragen dazu bei, die Angst vor solchen Atembeschwerden zu nehmen. Patienten können außerdem psychoonkologische Unterstützung erhalten und zum Beispiel auch eine Schulung in Entspannungstechniken, mehr dazu im Text "Leben mit der Erkrankung".
Drückt ein Tumor auf den Kehlkopfnerv, leiden Patienten unter Umständen unter einer Reizung oder Lähmung der Stimmbänder und damit auch unter Heiserkeit. Ärzte versuchen dann, den Tumor selbst durch Operation, Chemo- oder Strahlentherapie zu entfernen oder zumindest zu verkleinern, mehr dazu im Kapitel "Behandlungsverfahren bei Lungenkrebs". Gelingt dies, bessert sich auch die Heiserkeit.
Die Lunge ist mit einer zarten Haut überzogen, dem sogenannten Lungenfell (Pleura pulmonalis). Auch die Rippen sind von einer dünnen Haut bedeckt, dem Rippenfell (Pleura costalis). Den schmalen Spalt zwischen Lunge und Rippen nennt man Pleurahöhle. Bei Lungenkrebs kann es zu einer Flüssigkeitsabsonderung in die Pleurahöhle kommen. Dieser maligne Pleuraerguss schränkt die Atembewegungen der Lunge ein, kann Atemnot und auch Schmerzen verursachen.
Patienten mit Lungenkrebs benötigen eine ausgewogene und gesunde Ernährung, um ihre Erkrankung und die Behandlung gut zu verkraften. Besondere Krebsdiäten gibt es nicht. Wichtiger ist es, die Energiezufuhr und alle Lebensmittel so auszuwählen, dass sie dem jeweiligen momentanen Zustand und auch der Therapie angepasst sind.
Anorexie = ausgeprägte Appetitlosigkeit
Tumoren können bestimmte Botenstoffe freisetzen, die zu Stoffwechselstörungen des Körpers führen. Es kommt zum Abbau von Körperfett und oft auch zum Schwund der Muskulatur. Schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung haben sechs von zehn Patienten mit Lungenkrebs an Gewicht verloren, einige von ihnen sogar deutlich. Diese Auszehrung des Körpers nennt man in der Fachsprache "Kachexie" (von gr.: kakos = "schlecht", hexis = "Zustand").
Zusätzlich leiden viele Krebspatienten unter Appetitlosigkeit, unter Anorexie. Diese kann durch den Tumor selbst verursacht werden, der Stoffwechselvorgänge stört. Manchmal tritt sie aber auch als Folge der Behandlung auf, vor allem während einer Chemotherapie. Auch Angst oder Depressionen, Schmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit beeinträchtigen die Lust am Essen. Engt ein Tumor die Speiseröhre ein, können Schluckstörungen die Nahrungsaufnahme behindern und dadurch zu einer Gewichtsabnahme beitragen.
Patienten sollten mit ihren behandelnden Ärzten besprechen, welche Ernährungsweise in ihrem individuellen Fall die richtige ist. Die Ärzte können bei Bedarf eine qualifizierte Ernährungsberatung vermitteln. Auch die Krankenversicherungen nennen geeignete Ansprechpartner.
Viele Krebspatienten haben Angst vor Übelkeit und Erbrechen, vor allem bei einer Chemotherapie. Gegen diese Symptome kann man heute jedoch meist wirksam Abhilfe schaffen. Der Text "Übelkeit und Erbrechen bei Krebs: Belastung reduzieren, Folgen vermeiden" informiert über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
Schmerzen treten bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs häufig auf. Sie sind ein sehr belastendes Symptom, das die Lebensqualität stark beeinträchtigt, wenn keine Therapie erfolgt. Sie können durch den Tumor selbst verursacht werden, zum Beispiel Brustschmerzen, oder durch Metastasen, zum Beispiel Knochenschmerzen. Aber auch therapiebedingte Schmerzen kommen vor, zum Beispiel nach einer Operation.
Wie Patienten Schmerz wahrnehmen, ist von vielen individuellen Faktoren abhängig. Schmerz ist ein sehr subjektives Symptom. Daher werden Patienten von ihren Ärzten meist gebeten, ihre Schmerzen regelmäßig selbst zu bewerten, zum Beispiel auf einer Skala von null bis zehn: Null steht dabei für keine Schmerzen, zehn für extreme Schmerzen. In vorgedruckten Schmerztagebüchern können Patienten weitere Angaben zu ihren Schmerzen notieren, die bei der Behandlungsplanung helfen.
Ausführliche Informationen bietet der Krebsinformationsdienst unter "Schmerzen bei Krebs müssen nicht sein".
Metastasen eines Lungenkarzinoms siedeln sich häufig im Skelett an. Erstes Anzeichen dafür können Schmerzen in den befallenen Knochen sein. Die Tumorzellen stören das Gleichgewicht von Knochenaufbau und Knochenabbau: Sie regen knochenabbauende Zellen zu vermehrter Aktivität an. Dadurch kommt es zur Auflösung von Knochen in der Umgebung der Metastase. Durch die Reizung der Knochenhaut und benachbarter Nerven können betroffene Patienten unter teilweise starken Schmerzen leiden, wenn keine Behandlung erfolgt. Bei ausgedehnter Knochenzerstörung ist auch die Stabilität gefährdet, und es kann zu Knochenbrüchen kommen. Diesen Folgeerscheinungen beugen Ärzte heute nach Möglichkeit vor, und eine wirksame Therapie kann Beschwerden lindern.
Eine schwere Erschöpfung, wie sie im Lauf der Erkrankung oder unter der Behandlung bei vielen Krebspatienten auftritt, nennt man in der Fachsprache "Fatigue" (französisch für Müdigkeit). Diese Form der Müdigkeit bessert sich nicht einfach durch Ruhe oder mehr Schlaf.
Psychische Ursachen können eine Rolle spielen, zum Beispiel Angst und Sorgen, die für einen gestörten Nachtschlaf sorgen. Bei Lungenkrebspatienten gibt es jedoch auch mehrere körperliche Ursachen, die zu einer Fatigue beitragen: Erschöpfung kann ganz normal sein bei und nach einer anstrengenden Therapie oder bei Schmerzen. Zu den Hauptauslösern gehört außerdem ein schlechter Allgemeinzustand, vor allem bei Patienten, die stark an Gewicht verloren haben, unter Atemnot oder aufgrund der Erkrankung unter Fieber oder einer Infektion leiden. Ein Mangel an roten Blutkörperchen, eine Anämie, führt ebenfalls zu eingeschränkter Belastbarkeit, weil dem Körper schnell Sauerstoff fehlt. Werden diese Störungen behandelt, bessert sich meist auch die Müdigkeit.
Selbst bei einer schweren Erkrankung wie Lungenkrebs raten Experten aber heute nicht mehr zwangsläufig zu vollständiger Schonung und Ruhe.
Bedacht werden muss auch, ob Patienten, die schon stark abgenommen haben, den zusätzlichen Energieverbrauch ausgleichen können. Auf eigene Faust sollten Patienten daher nicht handeln: Ob für sie Schonung wichtig oder körperliche Betätigung im Alltag überhaupt möglich ist, muss auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten besprochen werden.
Fatigue wird auch bei Lungenkrebspatienten beobachtet, die ihre Behandlung gut überstanden haben und deren Allgemeinzustand wieder als weitgehend normal eingeschätzt wird. Mehr zu Erschöpfung bei Krebs, die nicht durch andere Symptome entsteht, sondern ein eigenständiges Krankheitszeichen ist, findet sich im Text "Fatigue: Schwäche und Erschöpfung aktiv angehen".
Chemotherapie, Strahlentherapie und auch moderne Krebsmedikamente greifen zwar in erster Linie Tumorzellen an. Sie können jedoch auch normale Zellen schädigen, vor allem solche, die sich rasch teilen.
Wie ausgeprägt die Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind, hängt von der Art und Intensität der Behandlung ab. Die meisten Probleme klingen rasch wieder ab, manchmal können jedoch auch langfristige Folgen auftreten. Vor einer Chemotherapie sollten Patienten mit ihren Ärzten über die Risiken und Vorteile der Behandlung sprechen.
Nicht nur Krebszellen, sondern auch andere Zellen und Gewebe, die sich häufig teilen, sind von einer Chemotherapie betroffen. Dies ist die Ursache vieler Nebenwirkungen:
Vor allem platinhaltige Medikamente beeinträchtigen die Nieren, und sie können sich zudem auf die Empfindlichkeit von Nerven auswirken. Möglich sind Gefühls- und Empfindungsstörungen oder Schädigungen des Hörnervs.
Der von vielen Menschen gefürchtete Übelkeit lässt sich heute dagegen wirksam vorbeugen. Bei der Chemotherapie erhalten Patienten schon mit der Medikamentengabe entsprechende begleitende Arzneimittel, mehr dazu im Text "Übelkeit und Erbrechen bei Krebs" sowie einem kurz gefassten Informationsblatt (PDF) zum Thema.
Ist aufgrund der Chemotherapie mit Haarausfall zu rechnen, haben gesetzlich versicherte Patientinnen einen Anspruch auf eine Perücke. Sie hilft über die Zeit hinweg, bis die Haare nachgewachsen sind. Bei Männern gilt Haarausfall laut aktueller Rechtsprechung jedoch als akzeptabel, da viele Männer auch unter normalen Gegebenheiten schütteres Haar oder eine Glatze haben: Ob sie bei einer Chemotherapie die Kosten für einen Haarersatz erstattet bekommen, müssen sie mit ihrer Versicherung klären. Weitere Informationen bietet der Text "Haarausfall: Mit Geduld auf Wachstum warten".
Einen allgemeinen Überblick mögliche Abhilfe bei Chemotherapie-Folgen bietet der Text "Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Chemotherapie".
Heute ist die Strahlentherapie verträglicher als früher: Dank verschiedener technischer Verbesserungen und computergesteuerter Planung erreicht die Strahlung den Tumor gezielter, umliegendes gesundes Gewebe bleibt weitgehend verschont. Dennoch kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, beispielsweise zu schmerzhaften Rötungen der Haut im Bestrahlungsfeld.
Auch weitere mögliche Nebenwirkungen oder Komplikationen lassen sich durch eine geeignete Pflege oder Medikamente verhindern oder abmildern, mehr zum Thema im Text "Strahlentherapie und Nuklearmedizin: Häufige Fragen zur Behandlung und ihren Nebenwirkungen".
Auch moderne Krebsmedikamente, die "targeted therapies", können Nebenwirkungen haben. Eines der "Ziele", die sogenannten EGF-Rezeptoren, kommt auch in gesunden Zellen vor, besonders in der Haut und in Zellen kleiner Blutgefäße. Eine Hemmung dieser Rezeptoren durch die zielgerichteten Medikamente kann daher auch Veränderungen an der Haut zur Folge haben, zum Beispiel:
Wie diese Nebenwirkungen behandelt werden können, hat der Krebsinformationsdienst im Informationsblatt "Zielgerichtete Krebstherapie, 'targeted therapy': Nebenwirkungen an der Haut" (PDF) zusammengestellt.