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Lungenkrebs: Informationen für Patienten und Angehörige

Die Erkenntnisse über Krebserkrankungen wachsen ständig, oft in kleinen, für den Nichtwissenschaftler kaum nachvollziehbaren Schritten. Dennoch ergeben sich aus diesem Wissenszuwachs immer wieder Fortschritte für die Patienten. In diesem Text sind die wesentlichen Früherkennungs-, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Krebserkrankungen der Lunge dargestellt, wie sie dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens zum Jahresbeginn 2005 entsprechen.
Die in diesem Text vermittelten Informationen zum Thema Bronchialkarzinom ersetzen keinesfalls das Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Sie können es aber erleichtern, die wichtigen und entscheidenden Fragen an den Arzt zu formulieren.
Im engeren Sinn befasst sich der Text mit den Plattenepithelkarzinomen der Lunge, den Adenokarzinomen und den so genannten groß- oder den kleinzelligen Bronchialkarzinomen.

Achtung: In der Lunge können weitere Krebserkrankungen auftreten. Häufig werden Metastasen anderer Tumoren in der Lunge umgangssprachlich ebenfalls als Lungenkrebs bezeichnet. Sie sind jedoch Absiedelungen eines ursprünglich in einem anderen Organ zuerst aufgetretenen Tumor, also zum Beispiel eines Mammakarzinoms, und unterscheiden sich vom Gewebetyp wie auch von der Behandlung her von den eigentlichen Bronchialkarzinomen.

Quellen

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Links

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Anatomie, Tumorbiologie, Krebshäufigkeit: Was ist Lungenkrebs?

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Das Wort Krebs steht für eine große Gruppe ganz unterschiedlicher Erkrankungen, die eines gemeinsam haben: die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes. Was daraus entsteht, ist ein Tumor, zu Deutsch Geschwulst. Bösartige Tumoren und auch die bösartigen Blutkrebserkrankungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie der normalen Wachstumskontrolle des Organismus entzogen sind. Die veränderten Zellen vermehren sich ungebremst. Sie wachsen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es, können in Blutbahnen und Lymphgefäße eindringen und mit dem Blut- und Lymphstrom in andere Körperorgane gelangen. Dort können sich die Zellen der sogenannten soliden Tumoren ansiedeln und erneut vermehren - es entstehen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen. Lungenkrebs gehört zu den soliden Tumoren.
Die Zellen der Blutkrebsarten verbreiten sich mit dem Blut über den ganzen Körper. Bei einigen Unterarten können jedoch ebenfalls Knoten, Geschwülste entstehen, die den soliden Tumoren ähnlich sind. Zwar gibt es auch solche Erkrankungsformen der Lunge, sie werden in diesem Text jedoch nicht behandelt. Patienten, die zum Beispiel an einem Lymphom im Brustraum erkrankt sind, finden weitere Informationen hier.

Veränderte Erbsubstanz

Heute weiß man, dass die Ursache für die Entstehung jeder Krebsart in einer Veränderung des Erbmaterials von Körperzellen liegt, die zur Fehlsteuerung des Wachstums führt. In der Regel müssen viele Faktoren, äußere und innere, zusammenwirken, um eine Zelle in eine Krebszelle umzuwandeln. So wenig es "den" Krebs gibt, so wenig kann man auch von "der" Krebsursache sprechen. Die gemeinsame Endstrecke dieser Schädigungen und Störungen ist jedoch immer eine Veränderung von Kontrollgenen des Zellwachstums, was zu ungeregelter Zellteilung und Verlust gewebetypischer Eigenschaften führt.

Welche Risikofaktoren führen zu Krebs?

Äußere Einflüsse, die zur Auslösung einer Krebserkrankung beitragen können, wie beispielsweise Tabakrauch, die ultravioletten Strahlen der Sonne, radioaktive Strahlung, bestimmte Schimmelpilze auf Lebensmitteln, Fehlernährung, einige Virusinfektionen oder manche Chemikalien, können nicht allein verantwortlich gemacht werden. Das Rauchen ist allerdings für Lungenkrebs mit weitem Abstand der Hauptrisikofaktor.

Wesentlich für die Schädlichkeit Krebs fördernder Einflüsse ist auch die Dauer des Einwirkens. Zusammen mit der Abnahme der Reparaturfähigkeiten des menschlichen Organismus im Alter ist dies einer der Gründe dafür, dass Krebserkrankungen bei älteren Menschen wesentlich häufiger sind als im jüngeren Lebensalter. An Lungenkrebs erkranken zwar in der Regel Menschen eher in der zweiten Lebenshälfte. Entscheidend ist jedoch viel mehr das Alter, in dem Raucher zum ersten zur Zigarette greifen. Je früher Jugendliche oder sogar Kinder zu rauchen beginnen, umso früher steigt auch ihr Risiko für Lungenkrebs.

Funktion und Aufbau der Lunge

Die Lunge ist ein Organ mit einer absolut lebenswichtigen Funktion: In den Lungen wird der Luftsauerstoff auf die roten Blutkörperchen übertragen, die ihn über die Blutbahn im ganzen Körper an die Zellen verteilen.

Sauerstoffaufnahme

Die Atemluft gelangt durch die Luftröhre (Trachea) hinunter in den Brustkorb. An ihrem unteren Ende teilt sie sich in die zwei Hauptbronchien, die an den Lungenwurzeln in die beiden Lungenflügel eintreten und sich wie ein Baum in immer kleinere und feinere Äste, die Bronchien und Bronchiolen, aufteilen. Das Ende bilden tief im Gewebe die Lungenbläschen (Alveolen). Hier stehen Luftwege und Blutgefäße in engster Verbindung. Durch die Wände der etwa 300 Millionen Lungenbläschen, die zusammengenommen eine Austauschfläche von 100 bis 120 Quadratmetern bilden, wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid aus dem Blut in die Atemluft abgegeben.


Die Lunge besteht aus zwei Flügeln, so dass selbst bei größeren Operationen noch genug Atemkapazität erhalten bleibt (zum Vergrößern auf die Lupe klicken).

Form und Struktur der Lunge

Die Luftröhre und das Bronchialsystem sind von einer Schleimhaut ausgekleidet. Ihre Oberfläche ist bedeckt von einem schleimigen Sekret, das Schwebteilchen und Staubpartikel aus der Atemluft bindet. Ein dichter Besatz an beweglichen Flimmerhärchen sorgt für einen beständigen Transport aus den Atemwegen heraus, der durch Räuspern und Husten unterstützt wird. Dieser fortlaufende Prozess dient der Reinigung und Freihaltung der Atemwege.

Die Lungenflügel ähneln in ihrer Form abgestumpften Kegeln. Sie liegen auf der Kuppel des Zwerchfells, dem wichtigsten Atemmuskel, auf. Ihre Spitzen ragen etwas über die Ebene der Schlüsselbeine hinaus. Die Lungenflügel sind in Lungenlappen untergliedert, die jeweils von einem Bronchialast versorgt werden: Den rechten Flügel teilen zwei tiefe Spalten in Ober-, Mittel- und Unterlappen. Der linke Lungenflügel ist wegen der linksseitigen Lage des Herzens kleiner und hat nur zwei Lappen. Die Lungenlappen haben ihrerseits als Untereinheiten zehn Lungensegmente mit jeweils eigener Versorgung durch einen Bronchialast und Gefäße. Das Äußere der Lunge ist von einer Haut überzogen, dem Lungenfell (Pleura). Zwischen der Lungenoberfläche und der ebenfalls von Pleura (hier Rippenfell) ausgekleideten Brustwand befindet sich ein dünner Spalt, der mit wenig Flüssigkeit gefüllt ist, der so genannte Pleuraspalt. Dadurch können sich bei der Atmung Lunge und Brustwand gegeneinander verschieben. Die Flüssigkeit im Pleuraspalt kann bei Entzündungen oder Tumorbefall der Pleura vermehrt sein und einen Erguss bilden.

Neben Nerven und Blutgefäßen durchziehen auch Lymphbahnen die Lunge, die Gewebeflüssigkeit und alle möglichen Abfallstoffe aufnehmen. Die abführenden Lymphgefäße verlaufen von der Lungenpforte entlang der Luftröhre und münden schließlich in das Blutgefäßsystem. Bei Krebserkrankungen können über die Lymphflüssigkeit auch Krebszellen verschleppt werden. Sie werden oft zunächst in den zwischengeschalteten Lymphknoten im Bereich der Lungenpforte und des Raums zwischen den Lungenflügeln, des Mediastinums, abgefangen. Normalerweise erreichen Lymphknoten maximal die Größe von Erbsen. Bei Tumorerkrankungen, aber auch bei Entzündungen können sie vergrößert sein.


Krebserkrankungen der Lunge

Bösartige Tumoren in der Lunge können als Absiedelungen von Tumoren in anderen Körperorganen (Metastasen) entstehen oder vom Lungengewebe selbst ausgehen, in erster Linie von den Zellen, die die Atemwege (Bronchien) auskleiden. Nur diese Tumoren bezeichnet man im engeren Sinn als Lungenkarzinome oder Bronchialkarzinome. Patienten, die an Lungenmetastasen infolge einer anderen Krebserkrankung leiden, finden Informationen in der Rubrik "Tumorarten".

Häufigkeit

Im Jahr 2006 erkrankten in Deutschland etwa 32.500 Männer und 14.600 Frauen an Lungenkrebs. Bei Männern und Frauen ist Lungenkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung. Das mittlere Erkrankungsalter, in dem die Diagnose gestellt wird, liegt bei etwa 69 Jahren. Über 90 Prozent der Männer und rund 60 Prozent der Frauen mit Lungenkrebs haben längere Zeit geraucht. Das Risiko zu erkranken hängt im Wesentlichen von den "Packungsjahren" ab, also von der Zahl der Jahre, in denen geraucht wurde und vom Alter, in dem der erste "Griff zur Kippe" erfolgte. Im Vergleich mit anderen EU-Ländern liegt die Erkrankungsrate für Männer im Mittelfeld, während die deutschen Frauen bei den Erkrankungsraten fast an der Spitze stehen. Während bei Männern seit Mitte der 1980er-Jahre die Anzahl der Neuerkrankungen zurückgeht, steigt sie bei Frauen weiter an. Die Zunahme von Lungenkrebs bei Frauen wird mit deren zunehmendem Zigarettenkonsum seit den 80er-Jahren in Verbindung gebracht. Über die Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten für Lungenkrebs informieren das Robert-Koch-Institut und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in der Broschüren "Krebs in Deutschland". Sie ist online abrufbar unter www.gekid.de.

Formen von Lungenkrebs

Unterscheidung in der Praxis:
Für Patienten ist es wichtig zu wissen, ob sie an einem kleinzelligen Tumor oder an einem der häufigeren nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinome erkrankt sind.

Nach dem Erscheinungsbild des Tumorgewebes unter dem Mikroskop lassen sich im Wesentlichen vier Formen von Bronchialkarzinomen unterscheiden: Am häufigsten sind von Schleimhautdeckzellen ausgehende Plattenepithelkarzinome und die aus drüsenartigen Zellen abstammenden Adenokarzinome mit zusammen etwa 70 bis 75 Prozent. Rund 20 Prozent der Tumoren sind kleinzellige Karzinome, zehn Prozent großzellige Karzinome und andere seltenere Unterformen.
Für die Behandlungsplanung wird allerdings nur die Unterscheidung zwischen der Gruppe der nicht-kleinzelligen und den kleinzelligen Bronchialkarzinome getroffen. 
In der Gruppe der nicht-kleinzelligen Karzinome werden Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome und großzellige Karzinome zusammengefasst. Es ist allerdings zu erwarten, dass sich durch die immer feineren Methoden der Molekularbiologie in Zukunft auch Unterformen besser charakterisieren und differenzieren lassen. Die Hoffnung ist, dass sich daraus auch gezielte, auf die Biologie und die Wachstumsregulation des einzelnen Tumors abgestimmte, Behandlungsmöglichkeiten ergeben werden.

Auch gutartige Tumoren können sich in der Lunge entwickeln, etwa aus dem fasrigen Bindegewebe, aus Knorpelgewebe oder aus fehlgebildeten Geweben. Mit einem Anteil von weniger als zehn Prozent sind sie allerdings selten. Kennzeichnend für gutartige Tumoren ist, dass sie in der Regel langsam wachsen und gesundes Gewebe zwar verdrängen, aber nicht zerstören.

Risikofaktoren: Wie entsteht Lungenkrebs?

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Vermutlich sind bei der Entstehung von Lungenkrebs viele verschiedene Einflüsse gemeinsam beteiligt. Einige Faktoren, die das persönliche Erkrankungsrisiko erhöhen, sind allerdings gut bekannt.

Rauchen

Der mit weitem Abstand wichtigste Risikofaktor ist der Zigarettenrauch, der allein Hunderte schädliche Substanzen enthält. Das Lungenkrebsrisiko steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag und der Zahl der "Raucherjahre" bis auf das 20- bis 30fache des Risikos eines Nichtrauchers. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs, im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre nach Beginn mit dem Rauchen. Je jünger die Menschen bei Beginn des Zigarettenkonsums sind, desto höher ist ihr späteres Erkrankungsrisiko. Jugendliche Raucher sind daher in besonderem Maße gefährdet, später einmal Lungenkrebs zu bekommen: Das derzeitige "Einstiegsalter" liegt in Deutschland bei unter 14 Jahren, so das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum.
Auch Passivrauchen erhöht das Risiko: Im sogenannten Nebenstromrauch ist eine Vielzahl von Schadstoffen enthalten. Zigarettenrauch kann bei acht bis neun von zehn männlichen Lungenkrebspatienten und bei drei bis sechs von zehn erkrankten Frauen als Hauptrisikofaktor angenommen werden. Bei Pfeifenrauchern oder Zigarrenrauchern ist das Risiko für Lungenkrebs etwas geringer als bei Zigarettenrauchern, aber immer noch sehr viel höher als bei Nichtrauchern.

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Wenn ein starker Raucher seine Gewohnheit aufgibt, sinkt sein Erkrankungsrisiko innerhalb von zehn Jahren vom 15-fachen auf das fünffache des Risikos eines Nichtrauchers, nach 15 Jahren ist das Risiko nur noch doppelt so hoch wie das eines Menschen, der nie geraucht hat. Bei Frauen scheint das Risiko rascher zurückzugehen. Unterstützung und Beratung auf dem Weg zum Nichtraucher bietet zum Beispiel das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums (www.dkfz.de/de/tabakkontrolle, Stichwort "Rauchertelefon").

Arbeitsplatz und Umwelt

Am Arbeitsplatz kann der unbeabsichtigte Kontakt mit verschiedenen chemischen Substanzen und deren Einatmung ebenfalls ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko bergen, besonders in Kombination mit dem Rauchen. Beispielhaft seien Asbest, Arsen, Chrom, Nickel und aromatische Kohlenwasserstoffe erwähnt, die in den Maßnahmen zum Schutz Beschäftigter eine große Rolle spielen. Eine sehr hohe Schadstoffbelastung der Außenluft kann das Lungenkrebsrisiko ebenfalls leicht erhöhen, etwa auf das Eineinhalbfache. Als bedeutsamer Faktor werden hierbei der Dieselruß und Feinstäube eingestuft. Auch das radioaktive Edelgas Radon ist in Gegenden, in denen es natürlicherweise vorkommt, für einen Teil der Lungenkrebserkrankungen verantwortlich, so eine Pressemitteilung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im September 2009 (www.bfs.de, Stichwort "Presse") (Textergänzung Radon Stand 9/2009).

Ernährung

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Die Ernährung ist von Bedeutung, vor allem der ausreichende Verzehr von Obst schützt offensichtlich vor Lungenkrebs. Diese Schutzwirkung lässt sich durch Vitamintabletten oder andere Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht ersetzen. Gerade Raucher sollten mit solchen Mitteln grundsätzlich vorsichtig sein: In Studien, die eigentlich die Schutzwirkung bestimmter Vitamine zeigen sollten, ergab sich für sie sogar eine Risikosteigerung bei Einnahme von Vitamintabletten.

Vererbung

Ererbte Faktoren scheinen bei der Entstehung von Lungenkrebs eine Rolle zu spielen. Wie bedeutsam sie sind, und wie häufig sie tatsächlich an der Entwicklung von Lungenkrebs beteiligt sind, ist allerdings noch in weiten Teilen ungeklärt. Immerhin wurden bereits einige Genveränderungen identifiziert, die das Erkrankungsrisiko erhöhen - möglicherweise dadurch, dass sie empfindlicher gegen Schadstoffe machen. Auch hier sind Raucher(innen) besonders betroffen, so das Deutsche Krebsforschungszentrum in einer Pressemitteilung von November 2003 (www.dkfz-heidelberg.de/de/presse/
pressemitteilungen/2003/dkfz_pm_03_52.php
).

Lungenkrebs: Symptome und Warnzeichen

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Die wichtigsten und überwiegend vermeidbaren Risikofaktoren für Lungenkrebs sind, im Gegensatz zu den meisten anderen bösartigen Erkrankungen, sehr gut bekannt. Rund 90 Prozent der Erkrankungen lassen sich auf bekannte Ursachen zurückführen, und insgesamt etwa 85 Prozent der Fälle stehen mit dem Rauchen im Zusammenhang. Entsprechende Verhaltensänderungen und Vorsichtsmaßnahmen im beruflichen Bereich sind die beste Vorbeugung gegen Lungenkrebs, zumal derzeit keine praktikable und erfolgreiche Früherkennungsuntersuchung zur Verfügung steht.

Symptome

Lungenkarzinome verursachen in frühen Stadien nur selten Beschwerden. Deshalb werden kleine Tumoren fast immer zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus anderem Anlass. Neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten oder die Verschlimmerung eines chronischen Hustens sind die häufigsten Beschwerden, die zum Arztbesuch führen. Oft klagen die Patienten auch über Auswurf mit oder ohne Blutbeimengungen, Schmerzen, Fieberschübe, Atemnot, Abgeschlagenheit oder Gewichtsverlust. Die Krankheitszeichen sind leider oft so vieldeutig, dass sie häufig zunächst verkannt werden, etwa als chronische Bronchitis.

Kleinzellige Lungenkarzinome können hormonartige Substanzen bilden, die ins Blut abgegeben werden. Da diese Substanzen im Übermaß und unkontrolliert produziert werden, führen sie zu für den Arzt auffälligen Beschwerden und Blutbildveränderungen. Solche so genannten paraneoplastischen Symptome sind manchmal das erste Zeichen der Erkrankung.

Früherkennung nicht sinnvoll?

Obwohl auch beim Bronchialkarzinom eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung die Behandlungsmöglichkeiten und die Heilungschancen deutlich verbessert, gibt es bisher keine für die breite Anwendung geeignete Früherkennungsuntersuchung. Röntgenreihenuntersuchungen wie auch einfache Untersuchungen von abgehustetem Bronchialsekret (Sputum), von denen man sich viel versprochen hatte, waren ohne Erfolg.
Seit einiger Zeit werden neue Methoden erprobt, so etwa die Spiral-Computertomographie mit niedriger Strahlendosis oder die Untersuchung von Sputum mit molekularbiologischen Methoden. Falls sie sich bewähren – und sich damit also kleine Tumoren sicher entdecken lassen -, könnten solche Verfahren vor allem bei Rauchern mit ihrem hohen Erkrankungsrisiko infrage kommen.
Derzeit bleibt nur die Vorbeugung, also die Vermeidung der bekannten Risikofaktoren, eine echte Früherkennungsuntersuchung bei Gesunden fehlt.

Diagnostik: Untersuchungen bei Verdacht auf Lungenkrebs

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Zwar deuten mögliche Symptome keineswegs sicher auf Lungenkrebs hin, aber ihre rasche Abklärung ist erforderlich, insbesondere bei Rauchern. Die Untersuchungen haben das Ziel, eine mögliche Krebserkrankung auszuschließen oder festzustellen, und im letzteren Fall auch die Art des Tumors und seine Ausbreitung zu ermitteln. Beides ist für die Behandlungsplanung unerlässlich.
Da die Untersuchungen sehr aufwändig und zum Teil auch belastend sind, muss von Anfang an berücksichtigt werden, welche therapeutischen Maßnahmen der Gesundheitszustand eines Patienten überhaupt zulässt. Dieser entscheidet dann auch mit über die diagnostischen Maßnahmen.

Untersuchungen bei Krankheitsverdacht

Der Arzt erkundigt sich genau nach den Beschwerden und führt eine körperliche Untersuchung durch. Erste Informationen - und eventuell einen Verdachtsbefund - liefert eine Röntgenübersichtsaufnahme der Lungen. Karzinome im äußeren Bereich der Lungen stellen sich ab etwa einem Zentimeter Größe als runde Herde dar. Tumoren im zentralen Bereich der Lunge sind auf dem Röntgenbild oft schlecht erkennbar, da diese Region von anderen Strukturen des Brustraums überlagert ist. Mit der Computertomographie (CT), einer Weiterentwicklung der Röntgentechnik, kann auch dieser Bereich durch Schichtaufnahmen des Brustraums gut dargestellt werden.

Bronchoskopie

Die wichtigste diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf Lungenkrebs ist die Bronchoskopie, die Spiegelung und Begutachtung der Bronchien und ihrer Verzweigungen mit einem durch die Luftröhre eingeführten optischen Gerät (Bronchoskop). Die modernen Bronchoskope sind flexibel und mit einer Glasfaseroptik ausgestattet. Sie lassen sich bis in Bronchialäste von nur wenigen Millimetern Durchmesser vorschieben. Falls die Untersuchung nicht sowieso in Narkose durchgeführt wird, erhalten die Patienten ein Medikament zur Beruhigung, und die Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums, des Kehlkopfes und der großen Bronchien wird mit einem Spray örtlich betäubt. Das Bronchoskop wird durch den Mund eingeführt. In bestimmten Situationen, etwa wenn ein Tumor die Bronchien verengt, kommen starre Bronchoskope zum Einsatz. Dann erfolgt die Untersuchung immer in Vollnarkose.

Biopsien und Bronchiallavage

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Eine Zange an der Endoskopspitze erlaubt die Biopsie, die Entnahme von Gewebeproben aus verdächtigen Bezirken der Bronchienwand. Proben aus dem Lungengewebe selbst werden mit einer Nadel gewonnen, die durch die Bronchienwand geführt wird. Die Gewebeproben werden in feine Scheibchen geschnitten und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Diese feingewebliche Begutachtung, die histologische Untersuchung, erlaubt die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigem Gewebe und, falls es sich um Krebs handelt, die genauere Charakterisierung der Tumorart.

Die Spülung der Bronchien (Bronchiallavage) oder ein Bürstenabstrich von der Bronchienwand liefern einzelne, aus dem Gewebeverband abgelöste Zellen, für die mikroskopische Begutachtung, die so genannte zytologische Untersuchung auf krebstypische Veränderungen. Bei mehr als 70 Prozent der Patienten lässt sich aufgrund der entnommenen Gewebe- und Zellproben eine Diagnose stellen.

Falls der verdächtige Bereich nicht mit dem Bronchoskop erreichbar ist, etwa weil er im Randbereich der Lunge liegt, kann eine Feinnadelbiopsie von außen durch die Brustwand (perkutan) durchgeführt werden. Unter computertomographischer Kontrolle wird eine lange, dünne Nadel in den verdächtigen Bezirk vorgeschoben und etwas Gewebe angesaugt. Diese Methode kommt in jüngerer Zeit häufiger zur Anwendung. Komplikationen treten bei fachgerechter Durchführung nur selten auf.

Tumormarker

Die Blutwerte einiger Tumormarker – etwa der neuronspezifische Enolase (NSE), von
CYFRA 21-1 und vom karzinoembryonalen Antigen (CEA) - sind zwar bei Lungenkrebs häufig erhöht, jedoch kommt dies auch bei anderen Erkrankungen vor. Lediglich der Tumormarker NSE (neuronspezifische Enolase) ist recht spezifisch für das kleinzellige Karzinom und ist hier auch bei sieben von zehn Patienten erhöht. Für die Diagnosestellung sind die Tumormarker von untergeordneter Bedeutung. Die bestimmten Werte sind nur in Verbindung mit allen anderen Untersuchungsergebnissen aussagekräftig. In der Nachsorge werden sie öfter zur Verlaufskontrolle herangezogen.

Untersuchungen zur Ausbreitungsbestimmung

Hat sich der Verdacht auf ein Bronchialkarzinom bestätigt und ist die Art des Tumors histologisch oder zytologisch festgestellt, muss geklärt werden, ob sich die Erkrankung schon über den Entstehungsort hinaus ausgebreitet hat. Untersucht werden Regionen und Organe, in denen sich Metastasen des Bronchialkarzinoms bevorzugt ansiedeln, insbesondere Leber, Nebennieren, Skelettsystem, Lymphknoten im Mediastinum und im hinteren Bauchraum sowie das Gehirn.

CT, Kernspinuntersuchung, Ultraschall

Die häufig schon zur Krankheitsfeststellung eingesetzte Röntgen-Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel ist auch zur genauen Ausbreitungsbestimmung eines Bronchialkarzinoms unverzichtbar. Die Untersuchung umfasst den gesamten Brustraum und den oberen Bauchraum, um die Leber, Nebennieren und die Lymphknoten in diesem Bereich mit beurteilen zu können. Mit den neuen Methoden der Spiral-CT dauert eine lückenlose Aufnahme des gesamten Brustraums weniger als eine halbe Minute. Der Computer errechnet Schnittbilder in jeder beliebigen Ebene. Tumoren lassen sich schon bei einer Größe von unter 5 Millimeter abgrenzen.
Eine Kernspin- oder Magnetresonanztomographie (MRT), die ebenfalls Schnittbilder vom Brustraum liefert, oder eine Ultraschalluntersuchung können in bestimmten Fällen zusätzlich angezeigt sein.

Mediastinoskopie

Zellen von Bronchialkarzinomen werden oft über die Lymphbahnen verschleppt. Besonders häufig finden sich Absiedelungen in den Lymphknoten im Mediastinum. Falls die Wahl der Therapie und die Entscheidung für oder gegen eine Operation von einer möglichst sicheren Aussage über den Zustand dieser Lymphknoten abhängt, ist eine Spiegelung des Mediastinums (Mediastinoskopie)  sinnvoll, insbesondere wenn im Computertomogramm bereits vergrößerte Lymphknoten sichtbar sind. In Narkose wird direkt oberhalb des Brustbeins ein kleiner Schnitt gesetzt und eine optische Sonde (Mediastinoskop) in den Raum zwischen den Lungenflügeln eingeführt. Damit lässt sich diese Region auf Tumorbefall beurteilen.

PET

Die Positronenemissionstomographie (PET), die Informationen zur Stoffwechselaktivität in Geweben liefert, scheint nach neuen Daten die Ausbreitungsdiagnostik zu verbessern. Besonders zur Darstellung der Lymphknoten im Mediastinum, dem Raum zwischen den Lungenflügeln, ist sie aussagekräftiger als die CT. Bei negativem PET sind mit recht hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Lymphknoten befallen, positive PET-Befunde sollten jedoch stets durch Gewebeentnahme überprüft werden. 

Lange war die PET bei Lungenkrebs jedoch nicht Routine: Im Dezember 2005 hat der Gemeinsame Bundesausschuss, der für Entscheide zur Kostenübernahme medizinischer Leistungen durch die Krankenkassen zuständig ist, die PET für die Lungenkrebsdiagnostik ermöglicht. Nach wie vor werden die Kosten für diese Untersuchung in der Regel aber nur übernommen, wenn Patienten stationär im Krankenhaus sind. Bei einer ambulanten Untersuchung übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten nicht (Textergänzung PET Stand 2/2006).

Eine Weiterentwicklung, die die Vorteile von PET und CT verbindet und die in Zukunft eine Rolle spielen könnte, ist die Kombination beider Verfahren in einem Durchgang, die sogenannte PET-CT, die derzeit erprobt wird. Durch die Überlagerung von CT- und PET-Bildern lassen sich Bezirke mit erhöhter Stoffwechselaktivität, wie wachsende Tumoren, anatomisch genau zuordnen. Dieses Verfahren wird derzeit aber nur an wenigen Zentren eingesetzt und ist noch nicht für die Routinediagnostik verfügbar.

Suche nach Metastasen

Zur Untersuchung auf Hirnmetastasen, insbesondere beim kleinzelligen Lungenkrebs oder vor geplanter Operation eines örtlich fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Karzinoms, kann eine Computertomographie des Gehirns mit Kontrastmittel oder eine Kernspintomographie angebracht sein. In jüngerer Zeit wird die Kernspintomographie bevorzugt, da sie sich der Computertomographie zunehmend überlegen zeigt, vor allem dann, wenn ein CT bei Patienten mit Symptomen einer Hirnmetastasierung keinen Befund ergeben hat.

Bei Verdacht auf Knochenmetastasen wird eine Skelettszintigraphie durchgeführt. Mit einer Lösung in die Blutbahn verabreichtes, an Phosphat gekoppeltes Technetium (ein metallisches Element) reichert sich in befallenen Knochenarealen an. Die Anreicherungsorte lassen sich mit einer speziellen Kamera, die über den Körper geführt wird, erfassen, da das verwendete Technetium kurzzeitig Strahlung aussendet. Da das Knochenszintigramm alle – auch gutartige – Veränderungen mit erhöhtem Knochenstoffwechsel anzeigt, ist zur Sicherung der Diagnose einer Tumorabsiedlung eine bestätigende Röntgen- oder MRT-Untersuchung erforderlich.
Bei den kleinzelligen Karzinomen, die  bereits früh Metastasen im Knochenmark bilden können, ist auch die Entnahme einer Knochenmarkprobe, meist aus dem Beckenkamm, zur Untersuchung auf Tumorzellen angebracht.

Prüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes

Vor einer geplanten Operation muss festgestellt werden, ob der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten überhaupt einen chirurgischen Eingriff erlaubt und in welchem Ausmaß Lungengewebe entfernt oder bestrahlt werden darf. Zu diesen Untersuchungen gehören die sorgfältige Ermittlung der Lungenfunktion und die Ableitung eines Elektrokardiogramms. Bei der Lungenfunktionsdiagnostik ist das sogenannte Einsekundenvolumen bei aktiver Ausatmung am bedeutsamsten.

Stadieneinteilung

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Die Ergebnisse der beschriebenen Untersuchungen erlauben die Beschreibung der Tumorausbreitung nach dem TNM-System, das Größe und örtliche Ausdehnung des Tumors (T), Lymphknotenbefall (N, von lateinisch Nodus: Knoten) und Metastasen (M) berücksichtigt. Ziffern hinter den Buchstaben stehen für Größe und Ausdehnung (T1-4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0-3) und das Vorhandensein oder Fehlen von Metastasen (M0 oder M1). T1 N0 M0 bezeichnet zum Beispiel einen kleinen Tumor ohne Lymphknotenbefall und Metastasen. Die Stadieneinteilung oder Klassifikation ist die wesentliche Grundlage für die Behandlungsplanung. Eine ganz exakte Beurteilung des TNM-Stadiums ist nur nach operativer Entfernung des Tumors möglich. In der Dokumentation wird die TNM-Einteilung dann durch ein vorangestelltes "p" ergänzt wird, zum Beispiel also  pT1pN0pM0.

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom findet die jeweils aktuelle TNM-Klassifikation Anwendung. Ausgehend von der TNM-Einstufung erfolgt die Stadienenteilung von I bis IV. Stadium I bedeutet örtlich begrenzter Tumor ohne Lymphknotenbefall und ohne Fernmetastasen, Stadium IV das Vorliegen von Fernmetastasen. In die Stadien II und III werden Tumoren mit größerer örtlicher Ausbreitung und/oder unterschiedlich ausgeprägtem Lymphknotenbefall eingeteilt.

Kleinzelliges Lungenkarzinom

Auch die Ausbreitung und das Stadium des kleinzelligen Lungenkarzinoms lassen sich in entsprechender Weise nach dem TNM-System beschreiben. Meist wird hier jedoch (noch) eine andere Klassifikation verwendet, die auf eine Hälfte des Brustkorbs begrenzte Krankheitsausdehnung ("limited disease", LD) von der über diese Grenze hinausgehenden Tumorausbreitung ("extensive disease", ED) unterscheidet. Eine Variante dieser Einteilung differenziert noch ein Stadium mit sehr begrenzter Ausdehnung ("very limited disease", VLD) und unterteilt das Stadium ED in ED I-II, je nach Ausdehnung des Tumors und der Metastasierung.

Behandlungsverfahren bei Lungenkrebs: Welche Möglichkeiten gibt es?

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Der feingewebliche Typ des Karzinoms, die Ausdehnung der Erkrankung – also das Stadium - und der Allgemeinzustand der Patienten bestimmen die Wahl der Behandlung. Wesentlich ist die Unterscheidung zwischen nicht-kleinzelligen und kleinzelligen Lungenkarzinomen.
Bei ersteren hat die Operation den höchsten Stellenwert im Behandlungskonzept – sofern sie möglich ist. Auch die Behandlung mit energiereichen Strahlen, der sogenannten Strahlentherapie und die medikamentöse Therapie mit zellwachstumshemmenden Substanzen, - Chemotherapie -, haben einen festen Platz und werden je nach Situation zusätzlich zur Operation oder allein eingesetzt.
Bei kleinzelligen Karzinomen steht die Chemotherapie im Vordergrund. Neue Hoffnungen liegen auf der zusätzlichen Anwendung von Therapien, die gezielt in die Wachstumssteuerung von Krebszellen eingreifen.

Bei schlechtem Gesundheitszustand, besonders bei beeinträchtigter Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge, können bestimmte Therapieformen nur eingeschränkt oder gar nicht angewendet werden, da sie für die Lungenkrebspatienten zu belastend wären. Das Lebensalter an sich spielt keine entscheidende Rolle.

Die Behandlung von Bronchialkarzinomen sollte an einer Klinik mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden, sowohl was die Chirurgie betrifft als auch die Strahlentherapie und die Chemotherapie. Solche spezialisierten Kliniken beteiligen sich auch immer an klinischen Studien zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Behandlung.

Operation

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Eine Operation wird insbesondere beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs immer angestrebt, wenn die diagnostischen Untersuchungen keine Hinweise auf Absiedelungen in anderen Körperregionen gegeben haben und der Gesundheitszustand des Patienten, besonders die Herz- und Lungenfunktion, den Eingriff erlaubt. Das Vorgehen bei der Operation richtet sich nach Größe und Sitz des Tumors.
Beim kleinzelligen Bronchialkarzinom steht die Operation nicht an erster Stelle. Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors mit einem Randsaum aus gesundem Lungengewebe. Im Rahmen der Operation werden auch Lymphknoten zwischen den befallenen Lungenlappen, im Bereich der Lungenwurzel und aus dem Mediastinum entnommen und anschließend auf Tumorbefall untersucht.
Der häufigste chirurgische Zugangsweg ist ein Schnitt von der Körperseite am Rand des Schulterblatts entlang nach hinten oben, wobei der große Rückenmuskel durchtrennt werden muss. Bei der Operation orientiert sich der Chirurg an der anatomisch vorgegebenen Untergliederung der Lunge (siehe dazu Abschnitt "Funktion und Aufbau der Lunge"). Der häufigste Eingriff ist die Entfernung des befallenen Lungenlappens (Lobektomie). Überschreitet der Tumor die Grenze zwischen zwei Lungenlappen, so werden alle beide entfernt (Bilobektomie). Bei großen, im Bereich des Hauptbronchus nahe der Lungenpforte gelegenen Tumoren kann die Entfernung eines gesamten Lungenflügels (Pneumonektomie) in Frage kommen. Wegen des höheren Operationsrisikos und der mit der Pneumonektomie verbundenen Beeinträchtigungen ist dieser Eingriff allerdings nur in sorgfältig ausgewählten Situationen angebracht.

Organerhaltende Operation

Heute versuchen die Lungenchirurgen grundsätzlich, möglichst viel von dem Organ zu erhalten. Wenn "hinter" einem im zentralen Bereich der Lunge sitzenden Tumor gesundes Lungengewebe liegt, das durch die Operation von der Versorgung abgeschnitten wird, lassen sich die Enden von unterbrochenen Bronchien und evtentuell auch von großen Blutgefäßen wieder zusammenfügen und vernähen (bronchoplastische und angioplastische Operation). Dadurch werden die verbliebenen Lungenabschnitte wieder belüftet und durchblutet, und ihre Funktion bleibt erhalten. Vom Tumor befallene Organe oder Gewebe in der Nachbarschaft der Lunge werden bei der Operation mit entfernt. Wie die Situation tatsächlich ist und wie ausgedehnt operiert werden muss, zeigt sich oft erst während des Eingriffs.

Erholungsfähigkeit der Restlunge

Eine insgesamt wenig vorgeschädigte Lunge kann die Entfernung von Lungengewebe und die damit verbundene Verminderung der Atemfläche bis zu einem gewissen Grad ausgleichen, denn sie hat eine erhebliche Leistungsreserve. Die verbliebenen Lungenanteile dehnen sich zur Kompensation etwas aus, so dass die Operation bei ausreichender Lungenfunktion im Allgemeinen keine schwerwiegende Atembehinderung zur Folge hat. Anders sieht es bei vorgeschädigter Lunge aus. Hier sind die Funktionsreserven eingeschränkt, und schon die Narkose birgt ein erhöhtes Risiko. Sind die zu erwartenden Belastungen und Einschränkungen zu groß, so muss eine andere Therapie als die Operation gewählt werden.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie des Tumors erfolgt in der Regel von außen (perkutan). Der Weg der Strahlung zu einem tiefer liegenden Tumor führt zwangsläufig auch durch gesundes Gewebe. Damit sich das gesunde Gewebe von der Strahlenwirkung erholen kann, erfolgt die Behandlung verteilt auf viele "Sitzungen" mit jeweils kleiner Strahlendosis (Fraktionierung). Krebszellen können sich in den Bestrahlungspausen weniger gut erholen.
 
Um die Strahlenwirkung möglichst gut auf den Tumorbereich konzentrieren und der Tumorform anpassen zu können und gesundes Gewebe so gut es geht zu schonen, wird die Behandlung durch Computersimulation räumlich geplant. Bei Bestrahlung mit heilender (kurativer) Absicht beträgt die eingestrahlte Dosis üblicherweise 60 bis 70 Gray, verteilt auf Einzeldosen von etwa zwei Gray fünfmal pro Woche über sechs Wochen. Nach dem gleichen Prinzip wird die Bestrahlung mit lindernder Absicht (palliativ) durchgeführt. Die Strahlentherapie erfolgt meist ambulant, die Patienten kommen dazu täglich für kurze Zeit in die Klinik beziehungsweise Strahlentherapie-Praxis. Die Bestrahlung selbst dauert nur wenige Minuten. Mit neuen Bestrahlungstechniken gelingt es, die Strahlendosis auf den Tumor zu erhöhen, ohne das umgebende gesunde Gewebe zu stark zu schädigen. Dadurch kann sich ein Vorteil für den Behandlungserfolg ergeben.

Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie

Bei örtlich fortgeschrittenen Tumoren werden Strahlentherapie und Chemotherapie heute häufig kombiniert eingesetzt – als Radiochemotherapie.
Zur lindernden Behandlung von tumorbedingten Verengungen der Atemwege kommt auch eine örtliche Bestrahlung durch kurzzeitiges Einbringen einer Strahlungsquelle durch ein Bronchoskop direkt an den "Ort der Not" in Frage (Brachytherapie).

Chemotherapie

Als Chemotherapie bezeichnet man die Gabe von Medikamenten, die das Zellwachstum und die Zellteilung hemmen, so genannte Zytostatika. Sie ermöglicht eine "systemische", das heißt den ganzen Körper betreffende Behandlung. Beim kleinzelligen Lungenkarzinom ist die Chemotherapie die wichtigste Behandlungsmethode und kommt in früheren Krankheitsstadien mit heilender Zielsetzung zum Einsatz. In späteren Stadien kann sie Beschwerden lindern und die Erkrankung für befristete Zeit unter Kontrolle bringen.
Auch bei den nicht-kleinzelligen Karzinomen hat die Chemotherapie heute einen festen Stellenwert, entweder als ergänzende Behandlung zusätzlich zur Operation, oder bei örtlich begrenzten, aber dennoch nicht mehr operierbaren Tumoren in Kombination mit Strahlentherapie. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird die Chemotherapie als alleinige Behandlung zur Vorbeugung und Linderung von krankheitsbedingten Beschwerden und Komplikationen eingesetzt. Die Vorteile der Behandlung für die individuelle Lebensqualität sind erwiesen, zumindest bei Patienten, deren allgemeiner Gesundheitszustand nicht bereits stark angegriffen ist. Der zu erwartende Nutzen und mögliche Belastungen durch die Behandlung müssen aber in jedem Fall sorgfältig gegeneinander abgewogen und auch mit dem Patienten besprochen werden.

Systemische Therapie

Die als Infusion oder in Tablettenform verabreichten Zytostatika verteilen sich in alle Gewebe und Organe des Körpers und können auf diese Weise auch verstreute Tumorzellen erreichen und zerstören. Sie entfalten ihre Wirkung im Zellkern und wirken sehr gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft insbesondere von Krebszellen. Die Art der Chemotherapie orientiert sich an der Erkrankungssituation und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten. Kombinationstherapien mit zwei oder drei Zytostatika sind in der Regel zumindest kurzfristig wirksamer als die Behandlung mit nur einer Substanz (Monotherapie), aber auch nebenwirkungsreicher.

Planung der Behandlungszyklen

Die Chemotherapie wird meist "im Block" an einem oder mehreren Tagen hintereinander gegeben, auf die dann eine Pause folgt. Einen derartigen Behandlungsabschnitt bezeichnet man als Chemotherapiezyklus. Die Verabreichung der Zytostatika erfolgt nach einem festen Plan, der die Dosierungen und die zeitlichen Abstände der Gabe vorgibt. In der Behandlungspause von einer bis drei Wochen Dauer – je nach Behandlungsschema – kann sich das gesunde Gewebe von den Nebenwirkungen erholen. In der Regel folgen vier bis sechs Zyklen aufeinander.

Molekularbiologische Ansätze und Immuntherapie

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Das immer detailliertere Wissen darüber, was im Zellinneren passiert und wie das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen beeinflusst werden können, sowie die wachsenden Einsatzmöglichkeiten der Gentechnologie eröffnen neuartige Ansatzpunkte für die Krebstherapie. Dazu zählen zum Beispiel die gezielte Unterdrückung von Wachstumssignalen in Tumorzellen oder der Ausbildung einer tumoreigenen Gefäßversorgung und die Aktivierung des programmierten Zelltods, eine Art "Selbstmordprogramm" der Zelle, das  bei Krebszellen oft nicht richtig funktioniert oder "deaktiviert" ist. Ein weiteres Forschungsgebiet betrifft die Frage, wie sich die Resistenz von Tumorzellen gegen Zytostatika verhindern oder umgehen lässt. Krebszellen sind nämlich in der Lage, Mechanismen zu entwickeln, wie sie sich der Wirkung der Medikamente entziehen können, so dass diese unwirksam werden.

In dem Maße, in dem die molekularbiologischen Eigenschaften der Lungenkarzinome, wichtige "Schlüsselmoleküle" und "Schlüsselgene" weiter erforscht werden und ihre Funktion erkannt wird, könnten sich weitere neue Ansatzpunkte für die Behandlung ergeben. Im Rahmen von klinischen Studien können vor allem Lungenkrebspatienten mit fortschreitender Erkrankung unter Umständen schon früh von neuen Entwicklungen profitieren. Die Vor- und Nachteile einer Studienteilnahme gegenüber der geprüften Standardbehandlung sollten allerdings sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Blockade von Wachstumsfaktoren

Einige der für das Krebswachstum wichtigen Signalwege sind bereits gut untersucht. Verschiedene Antikörper oder kleine Moleküle, die solche Signalwege unterbrechen können, sind in der Entwicklung. Ansatzpunkt ist meist die Bindungsstelle - der Rezeptor - für die Wachstumssignale, von wo aus das Signal in die Zelle vermittelt wird. Die Blockade eines solchen Rezeptors –  des sogenannten epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), scheint beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs auch dann noch eine gewisse Wirkung zu haben, wenn die Tumorzellen nicht mehr empfindlich für Zytostatika sind. 
Eine dieser Substanzen mit dem Wirkstoff Erlotinib ist zugelassen für Patienten mit fortgeschrittener Lungenkrebserkrankung. Die Wirkung einer zweiten, des Gefitinib wurde durch neuere Studienergebnisse wieder in Frage gestellt, so dass eine Zulassung von der Herstellerfirma zurückgezogen wurde.

Hemmung des Blutgefäßwachstums

Eine erste Generation von Hemmstoffen der Gefäßneubildung – so genannte Angiogeneseinhibitoren - hatte sich nicht bewährt. Neue Substanzen mit gezielterer Wirkung befinden sich in der Erprobung, die Zulassung von Bevacizumab, so der Substanzname, auch für Lungenkrebspatienten wird erwartet.

Vakzinierung

Auch die Möglichkeit von so genannten "Tumorimpfungen" oder Vakzinationstherapien wurde schon untersucht. Die Verabreichung von veränderten und teilungsunfähig gemachten Krebszellen oder von bestimmten Merkmalen der Tumorzellen soll das Immunsystem gegen die Tumorzellen aktivieren. Die Ergebnisse waren bisher allerdings eher enttäuschend – nicht nur bei Lungenkrebs.

Lungenkrebs: Therapie nicht-kleinzelliger Bronchialkarzinome

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Bei der Behandlung von Tumoren im Stadium I und II steht an erster Stelle die vollständige Operation. Sie bietet eine Chance auf langfristige Heilung. Generell werden heute mehr Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom operiert als früher, aber immer noch ist dies nur bei weniger als einem Drittel der Patienten möglich. Sind die Tumoren im Wachstum weiter fortgeschritten, kommen Strahlentherapie und Chemotherapie zur Anwendung. Bei Vorliegen von Fernmetastasen dient die Behandlung in erster Linie der Vorbeugung und Linderung von krankheitsbedingten Beschwerden und der Erhaltung der Lebensqualität.

Frühe Stadien

Noch nicht klar definiert ist die beste Behandlungsstrategie für Patienten mit geringem Lymphknotenbefall im Mediastinum auf der tumorbefallenen Seite. Hier stehen als Therapiemöglichkeiten eine alleinige Operation mit Nachbestrahlung, eine Operation mit vorheriger oder nachfolgender Chemotherapie oder kombinierter Chemostrahlentherapie oder aber eine alleinige Chemostrahlentherapie ohne Operation zur Auswahl. Die Wertigkeit der einzelnen Behandlungen muss noch in Studien geprüft werden. Alle Patienten in dieser Situation sollten im Rahmen von klinischen Studien behandelt werden.

Größere Tumoren

Bei größeren Tumoren, die prinzipiell zwar noch operierbar sind, aber mit alleiniger Operation eine sehr ungünstige Prognose haben (fortgeschrittener Lymphknotenbefall im Mediastinum auf der tumorbefallenen Seite, Befall von Lymphknoten auf der anderen Seite des Mediastinums und geringes lungenüberschreitendes Tumorwachstum), erweist sich zunehmend eine der Operation vorgeschaltete Behandlung mit Chemotherapie oder einer Kombination von Chemo- und Strahlentherapie als vorteilhaft, eine sogenannte neoadjuvante Therapie. Ob die parallele Anwendung beider Verfahren sinnvoll ist oder die Durchführung von Chemotherapie und Strahlentherapie nacheinander, wird weiter untersucht. Nach der Operation kann eine weitere Strahlentherapie und/oder Chemotherapie den Behandlungserfolg festigen.
Örtlich weiter fortgeschrittene Tumoren mit Befall der Nachbarorgane und solche mit ausgedehnten Lymphknotenmetastasen (Stadium III B) lassen sich in den meisten Fällen nicht vollständig operieren. Hier – wie auch bei Patienten in eingeschränktem Allgemeinzustand, für die ein chirurgischer Eingriff zu belastend wäre -, kommt je nach Situation eine kombinierte Chemoradiotherapie oder eine alleinige Strahlenbehandlung in Frage. Die kombinierte Behandlung hat sich als wirksamer erwiesen und sollte bei gesundheitlich "fitten" Patienten bevorzugt werden.

Behandlung von Metastasen und Beschwerden bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

Bereits zum Zeitpunkt der Krankheitsdiagnose sind bei mehr als der Hälfte der Patienten Tumorabsiedelungen (Metastasen) in anderen Organen nachweisbar, häufig im Knochengerüst (Knochenmetastasen) oder in der Leber (Stadium IV). Wesentliches Ziel der Behandlung ist die Vorbeugung und Linderung von tumor- und metastasenbedingten Beschwerden und die Vorbeugung von Komplikationen – die Palliation.

Die Bestrahlung des Tumors in der Lunge ist eine wirkungsvolle Methode, um Atemnot, Schmerzen und blutigen Auswurf zu lindern. Einzelne Metastasen, besonders solche im Gehirn, können auch operativ entfernt werden. Knochenmetastasen lassen sich ebenfalls gezielt angehen, um eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten. Auch die Chemotherapie hat hier heute einen festen Stellenwert, sofern der Allgemeinzustand die Behandlung erlaubt. Ihr Einfluss auf den Krankheitsverlauf ist zwar begrenzt, aber sie hat eindeutige Vorteile bezüglich der Vorbeugung von krankheitsbedingten Beschwerden und Komplikationen, also für die individuelle Lebensqualität. Die Chemotherapie beginnt am besten, solange der allgemeine Gesundheitszustand noch möglichst wenig beeinträchtigt ist und bevor tumorbedingte Symptome auftreten.

Verfügbare Zytostatika

Unter den verfügbaren wirksamen Zytostatika sind Platinsalze (Cisplatin und Carboplatin) ein "Rückgrat" der Chemotherapie. Mit Platin können andere Substanzen kombiniert werden – schon länger eingesetzte Medikamente wie Ifosfamid, Mitomycin C, Vinblastin, Etoposid oder neuere Substanzen wie die Taxane, Vinorelbin oder Gemcitabin. Zweierkombinationen von Platin mit einem der neueren Zytostatika gelten als die derzeit effektivste Therapie. Auch Kombinationen ohne Platin sind möglich und wahrscheinlich kaum weniger wirksam, aber besser verträglich. Insbesondere bei älteren Patienten mit Begleiterkrankungen oder bei Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand, wird die Behandlung mit einem einzelnen der neueren Medikamente - meist Gemcitabin oder Vinorelbin - bevorzugt, um die Nebenwirkungen gering zu halten.

Meist werden zunächst sechs Zyklen Chemotherapie gegeben, falls der Tumor auf die Behandlung anspricht. Bei Unwirksamkeit bricht man die Behandlung früher ab, um die Patienten nicht unnötig zu belasten. Bei gutem Allgemeinzustand sollte ein Wechsel auf eine andere Chemotherapie erfolgen. Wenn der Tumor auf keine Chemotherapie anspricht, sind die Möglichkeiten begrenzt. Medikamente mit einem neuen Wirkungsmechanismus, die die Weiterleitung von Wachstumssignalen in den Tumorzellen bremsen, können hier bei einem Teil der Patienten noch eine Chance bieten, den Tumor und seine Symptome für gewisse Zeit zu kontrollieren. Insbesondere lebenslange Nichtraucher scheinen von diesem Therapieansatz deutlich und in erheblich größerem Maße als Raucher zu profitieren.

Der zu erwartende Nutzen einer Chemotherapie bei fortgeschrittener Erkrankung muss für jeden Einzelfall individuell und sorgfältig gegenüber den unerwünschten Wirkungen der Zytostatika und den Beeinträchtigungen der Lebensqualität abgewogen werden. Falls sich nach zunächst erfolgreicher Erstbehandlung mit Operation oder Strahlentherapie im weiteren Verlauf Metastasen entwickeln, gelten ähnliche Grundsätze wie bei fortgeschrittener Erkrankung.

Erfolgsaussichten beim nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom

Eine dauerhafte Heilung ist nur bei vollständiger Tumorzerstörung möglich. Am ehesten gelingt dies durch die Operation. Die besten Chancen bestehen bei Tumoren im Stadium I und II, wenn noch keine Lymphknoten befallen sind. In örtlich fortgeschritteneren Stadien ohne Möglichkeit der Operation lässt sich die Erkrankung durch kombinierte Chemo- und Strahlentherapie für gewisse Zeit, bei einem kleineren Teil der Patienten auch längerfristig, kontrollieren.
Trotz zunächst vollständiger Tumorentfernung oder Rückbildung kommt es im späteren Verlauf häufig zu einem Rückfall, entweder in der Lunge oder durch Entwicklung von Metastasen in anderen Körperregionen. Hier wie auch bei schon zum Diagnosezeitpunkt fortgeschrittener Erkrankung lässt sich der Tumor bei einem Teil der Patienten durch eine Chemotherapie zurückbilden und zeitweise im Wachstum bremsen. Eine dauerhafte Heilung ist dann jedoch nicht möglich.

Lebensqualität erhalten

Die modernen Behandlungskonzepte haben auch bei fortgeschrittener Krebserkrankung ohne Aussicht auf Heilung deutliche Verbesserungen gebracht: Krankheitsbedingte Symptome werden günstig beeinflusst, und die Lebensqualität bleibt länger erhalten.

Lungenkrebs: Therapie kleinzelliger Bronchialkarzinome

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Das kleinzellige Lungenkarzinom unterscheidet sich von den nicht-kleinzelligen Tumoren dadurch, dass oft schon in einem frühen Stadium des Wachstums Absiedelungen in der Umgebung oder in entfernten Organen entstehen. Bei Diagnose liegt in rund zwei Drittel der Fälle bereits ein Stadium "extensive disease" (ED) vor. Das heißt: der Tumor hat sich über eine Hälfte des Brustkorbs hinaus ausgebreitet, oft auch schon Metastasen gebildet.
Eine vollständige operative Entfernung kann hier nicht gelingen. Sie ist nur bei noch sehr kleinen, örtlich begrenzten Tumoren möglich (Stadium "limited disease", LD). Aber im Vergleich zu den nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen spricht das kleinzellige Karzinom besser auf eine Chemotherapie an. Sie hat deshalb bei der Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms die größte Bedeutung. Die Tumoren lassen sich damit rasch verkleinern, verschwinden häufig zunächst ganz, wenngleich selten dauerhaft.

Kleinzelliger Lungenkrebs ohne Ausbreitung - limited disease

Im Stadium "limited disease" erfolgt die Behandlung mit dem Ziel der Heilung. Bei sehr kleinen Tumoren ohne erkennbaren Lymphknotenbefall im Mediastinum kommt manchmal eine operative Entfernung in Betracht. Diese Situation ist allerdings nur bei einem von zehn Patienten gegeben. Die Operationstechniken sind die gleichen wie bei den nicht-kleinzelligen Karzinomen. Zur Ausschaltung möglicherweise vorhandener, aber noch nicht nachweisbarer Metastasen, wird zusätzlich immer eine Chemotherapie durchgeführt, meist im Anschluss an die Operation. Ergibt die pathologische Untersuchung des entfernten Gewebes einen geringen Lymphknotenbefall, erfolgt eine Nachbestrahlung von außen.

Kombination von Chemotherapie und Bestrahlung

Bei etwas größeren Tumoren, die aber noch auf "ihren" Lungenflügel begrenzt wachsen – also noch im Stadium "limited disease" sind -, stellt die heute wirkungsvollste Therapie eine frühzeitige und gleichzeitige Chemo- und Strahlentherapie dar. Dabei wird die Chemotherapie alle drei Wochen über vier bis sechs Zyklen gegeben. Parallel erfolgt eine Bestrahlung der Tumorregion und des Mediastinums nach Möglichkeit innerhalb der ersten drei Chemotherapiezyklen. Sollte eine Strahlentherapie parallel zur Chemotherapie nicht möglich sein, so kann sie auch im Anschluss daran durchgeführt werden. Dies ist mit geringeren Nebenwirkungen, wahrscheinlich jedoch auch mit einer etwas geringeren Wirksamkeit verbunden.

Geeignete Zytostatika

Bei gleichzeitiger Chemostrahlentherapie sollte eine Kombination aus Platin und Etoposid zum Einsatz kommen. Diese Kombination ist bei begrenzter Tumorausdehung anderen häufig eingesetzten Protokollen überlegen und kann ohne Dosisverminderung begleitend zur Bestrahlung gegeben werden. Neuere Substanzen wie Taxane, Irinotecan, Topotecan und Gemcitabin sind bei Patienten mit begrenzter Erkrankung ("limited disease") und insbesondere in Kombination mit gleichzeitiger Bestrahlung bisher nur unzureichend getestet worden, sodass noch nicht beurteilbar ist, wie gut sie hier wirksam sind.

Ziel der Therapie ist eine vollständige Tumorrückbildung (komplette Remission). Dies gelingt im Stadium "limited disease" bei bis zur Hälfte der Patienten. Die Dosierung der verwendeten Zytostatika muss dafür so hoch wie möglich, also gerade noch verträglich, sein. Davon hängt der Behandlungserfolg wesentlich ab. Dosisverringerungen, etwa wegen Nebenwirkungen, sind ungünstig. Wenn die Nebenwirkungen auf das Knochenmark so stark sind, dass eine Dosisverminderung nötig wäre, kann zur Unterstützung der Neubildung von weißen Blutkörperchen ein Wachstumsfaktor der Blutbildung verabreicht werden.

Verhinderung von Rückfällen

Um das das  Rückfallrisiko nach vollständiger Tumorrückbildung zu vermindern, sind bereits verschiedene Strategien untersucht worden. Eine Weiterbehandlung bringt nach allen Erfahrungen keine Verbesserung der Ergebnisse und beeinträchtigt allenfalls die Lebensqualität durch die Nebenwirkungen der Therapie. Auch Behandlungen mit Interferon oder Immuntherapien haben ebenso wie alle Ansätze zur Intensivierung der Chemotherapie bis hin zur Hochdosistherapie bisher keine überzeugenden Ergebnisse gebracht.

Operation

Verkleinert sich der Tumor durch die Chemotherapie so weit, dass eine vollständige chirurgische Entfernung doch möglich erscheint, so kann eine Operation in Frage kommen. Ob dieses Vorgehen die Heilungsaussicht verbessert, ist allerdings noch nicht geklärt.
Für Patienten mit "limited disease", bei denen sich der Tumor durch die Chemotherapie nicht gut zurückbildet und eine chirurgische Tumorentfernung prinzipiell möglich erscheint, wird heute ebenfalls die Operation empfohlen. Grund dafür ist die Annahme, dass bei diesen Patienten ein Mischtumor mit Anteilen eines nicht-kleinzelligen Karzinoms vorliegen, das weniger chemotherapiesensibel ist, bei dem aber die Operation eindeutig Vorteile bietet.

Bestrahlung des Gehirns

Eine zusätzliche Bestrahlung des Gehirns wird vor allem bei Patienten mit schnell erreichter vollständiger Krankheitsrückbildung durchgeführt. Sie dient der Zerstörung von möglichen kleinsten Tumorabsiedlungen im Gehirn und soll das Risiko eines Rückfalls verringern.

Ausgedehntere Erkrankung an kleinzelligem Lungenkrebs

Bei zwei Drittel der Patienten hat die Erkrankung bei Diagnosestellung schon die Grenzen eines Lungenflügels überschritten (Stadium "extensive disease", ED). Der Tumor ist entweder in angrenzende Organe eingewachsen, oder es haben sich Absiedelungen in anderen Körperregionen gebildet. Metastasen des kleinzelligen Lungenkarzinoms entwickeln sich bevorzugt in der Leber, im Skelett, im Gehirn und in den Nebennieren. Auch hier ist das Ziel, die Krankheit durch eine Chemotherapie möglichst vollständig zurückzubilden. Dies gelingt bei etwa einem Fünftel der Patienten, aber meist nur für gewisse Zeit. Die Behandlung dient vorrangig der Linderung von Beschwerden, der Vorbeugung von Komplikationen und der Erhaltung der Lebensqualität, solange es geht.

Geeignete Zytostatika bei ausgedehnterem kleinzelligem Lungenkrebs

Die Art der Chemotherapie gleicht derjenigen, die in früheren Stadien zur Anwendung kommt. Wirksame Substanzen sind Ifosfamid, Cyclophosphamid und Platinsalze, Vincaalkaloide, Anthrazykline, Etoposid und neuere Medikamente wie Taxane, Topotecan, Irinotecan, Gemcitabin und Bendamustin. Bisher kann man davon ausgehen, dass zwischen den verschiedenen Behandlungsprotokollen bei metastasierter Erkrankung keine wesentlichen Wirksamkeitsunterschiede bestehen. Ob die neueren Substanzen Vorteile bringen, wird derzeit in klinischen Studien geprüft.
Bei Behandlung mit einem einzelnen Medikament (Monotherapie) und mit sehr "milden" Protokollen ist die Wirksamkeit geringer und die Symptomlinderung weniger gut. Die Patienten haben dadurch eine schlechtere Lebensqualität.

Erfolgsaussichten der Behandlung bei kleinzelligem Lungenkrebs

Wie auch bei den nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen werden die Erfolgschancen der Behandlung durch die Tumorausdehnung bei Diagnosestellung und durch den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten bestimmt. Trotz eines hohen Anteil von vollständigen Krankheitsrückbildungen nach der ersten Therapie erleidet über die Hälfte der Patienten mit "limited disease" längerfristig einen Krankheitsrückfall. Bei "extensive disease" ist durch die Behandlung eine langfristige Rückfallfreiheit in der Regel nicht zu erreichen. Aber die Chemotherapie kann das Überleben im Vergleich zum Verlauf bei unbehandelter Erkrankung deutlich verlängern. Außerdem trägt sie wirksam zur Linderung von Beschwerden und zur Vorbeugung von Komplikationen bei.

Lungenkrebs: Therapie bei besonderen Problemen

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Patienten mit einer Lungenkrebserkrankung brauchen eine gute Betreuung und die Behandlung von Krankheits- oder Therapiefolgen. Zwar sind längst nicht alle Patienten von solchen belastenden Symptomen betroffen. Viele Erkrankte haben aber schon längere Zeit vor der Diagnose an Gewicht verloren oder sind insgesamt nicht in einem guten Allgemeinzustand. Umso wichtiger ist die Behandlung belastender Symptome, um ihre Lebensqualität möglichst von Anfang an zu sichern.

Knochenmetastasen

Metastasen eines Bronchialkarzinoms siedeln sich häufig im Skelett an. Erstes Anzeichen dafür können Schmerzen in den befallenen Knochen sein. Die Tumorzellen stören vom Knochenmark aus das Gleichgewicht von Knochenaufbau und Knochenabbau, indem sie knochenabbauende Zellen zu vermehrter Aktivität anregen. Dadurch kommt es zur Auflösung von Knochen in der Umgebung der Metastase. Bei ausgedehnter Knochenzerstörung ist die Stabilität gefährdet, und es kann zu Knochenbrüchen kommen.

Bruchgefahr abwenden

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Die Bruchgefahr lässt sich durch Bestrahlung der Metastasen in der Regel abwenden, der Knochen verfestigt sich wieder. Die Bestrahlung ist auch gut gegen Schmerzen wirksam. Eine mögliche Alternative zur Bestrahlung von außen ist die Gabe von radioaktiven Substanzen in die Blutbahn, die sich in von Metastasen befallenen Knochenbereichen anreichern und dort ihre Strahlung abgeben (Radionuklidtherapie). Auch damit lassen sich Rückbildungen der Knochenmetastasen und eine Schmerzlinderung erreichen. Allerdings kann es hier zu Beeinträchtigungen der Blutzellenbildung im Knochenmark kommen. Ausgedehnte Metastasen in tragenden Knochen können eine stabilisierende Operation mit Nachbestrahlung erforderlich machen. Dies gilt besonders, wenn Wirbelkörper betroffen sind, denn hier droht bei Druck auf das Rückenmark eine Querschnittslähmung.
Auch durch bestimmte Medikamente, die Bisphosphonate, lässt sich die Gefahr von Komplikationen durch Knochenmetastasen reduzieren: Bisphosphonate lagern sich an die Knochensubstanz an und hemmen die knochenabbauenden Zellen. Zudem wirken sie auch gegen die Schmerzen.

Atemwegsengstellen

Der Tumor kann zentrale Atemwege verlegen oder durch Druck einengen und dadurch Atembeschwerden verursachen. Falls keine "große" Operation in Frage kommt, können verschiedene örtlich angewandte Methoden Linderung bringen.

Laser

Bei starker Atemnot lassen sich mit gebündelten Laserstrahlen für die Atmung hinderliche Engstellen rasch und ohne besondere Belastung für den Patienten endoskopisch beseitigen. Man nutzt dabei die Energie des Lichts. Um die Behandlungswirkung zu verlängern, kann eine Kurzdistanzbestrahlung (Brachytherapie) angeschlossen werden, bei der eine Strahlenquelle ebenfalls durch das Bronchoskop kurzzeitig direkt an den Tumor herangebracht wird und ihn aus kürzester Entfernung bestrahlt.

Bestrahlung

Die Brachytherapie als Sonderform der Bestrahlung kann auch allein zur Erweiterung einer Engstelle zum Einsatz kommen, wenn keine ausgeprägte Atemnot rasche Wirksamkeit erfordert - die Wirkung der Bestrahlung tritt nämlich erst allmählich ein. Diese Form der Bestrahlung kommt auch in Frage, wenn bereits von außen bestrahlt wurde, und ihre Anwendung ist unter Umständen auch mehrmals an der gleichen Engstelle möglich.

Stents

In den letzten Jahren wird zunehmend die Schienung von Atemwegsengstellen bevorzugt. Mit dem Bronchoskop werden Prothesen aus einem Metallgeflecht, so genannte Stents, in die Engstelle eingeführt, die sich vor Ort röhrenartig entfalten und das Tumorgewebe, das den Luftweg zumauert, an den Rand drängen. Dieses Verfahren ist einfach, komplikationsarm und erfolgreich, was die Bekämpfung von Komplikationen angeht.

Pleuraerguss

Bei Tumorbefall des Lungenfells (Pleura) kann es zu Flüssigkeitsabsonderung in den Pleuraspalt kommen. Der maligne Pleuraerguss schränkt die Atembewegung der Lunge ein, führt zu Atemnot und verursacht oft auch Schmerzen. Die Punktion der Flüssigkeit schafft nur vorübergehend Abhilfe, da die Flüssigkeit wieder nachläuft. Akute Atemnot lässt sich auf diese Weise aber sofort lindern. Am erfolgreichsten sind Maßnahmen zur Verklebung des Pleuraspalts (Pleurodese). Dies lässt sich durch Einspritzen verschiedener Substanzen in den Pleuraspalt erreichen, die eine Entzündung verursachen und dadurch zur Verklebung führen.

Vorbeugung und Behandlung therapiebedingter Probleme

Sowohl die Chemotherapie wie auch die Strahlentherapie greifen zwar in erster Linie Tumorzellen an, sie können jedoch in unterschiedlicher Ausprägung und mit unterschiedlichen Folgen auch normale Zellen schädigen. Daraus ergeben sich die Nebenwirkungen, besser: die unerwünschten Wirkungen der Behandlung. Ihre Ausprägung unterscheidet sich je nach Art und Intensität der Therapie. Alle Patienten werden vor Behandlungsbeginn über mögliche Nebenwirkungen der jeweiligen Behandlung aufgeklärt und auch darüber, wie sie sich verhalten sollen, wenn diese auftreten. Außerdem werden sie während der Behandlung sorgfältig überwacht, damit gegebenenfalls die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden können.

Folgen der Chemotherapie

Die Nebenwirkungen, besser die unerwünschten Wirkungen der Chemotherapie werden dadurch verursacht, dass die Zytostatika auch normale Körperzellen schädigen, die sich häufig teilen. Beeinträchtigt sind oft die blutbildenden Zellen des Knochenmarks, die Zellen der Haarwurzeln, die Magen- und Darmschleimhautzellen sowie die Zellen der Mundschleimhaut. Entsprechend sind häufige Nebenwirkungen Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen, Schwäche und Müdigkeit (Fatigue), Appetitlosigkeit, Schleimhautentzündungen im Mund und im Darm, Durchfall und allgemeines Unwohlsein.
Von der Schädigung der Blutbildung im Knochenmark, merken die Patienten in der Regel erst dann etwas, wenn diese sehr ausgeprägt ist. Dann können Infektionen bei starker Verminderung der weißen Blutzellen (Leukozyten), Blutungen bei starker Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) und Schwäche bei starker Verminderung der roten Blutkörperchen (Erytrhozyten) die Folge sein. Fieber, Blutungszeichen oder ausgeprägte Schwäche sind Alarmzeichen, die Anlass sein sollten, sofort den Arzt oder die behandelnde Klinik aufzusuchen.
Nebenwirkungen treten bei den verschiedenen Zytostatika und Kombinationen in unterschiedlicher Art und Ausprägung auf, und auch die Patienten reagieren individuell unterschiedlich. Es gibt heute verschiedene Möglichkeiten, unerwünschten Wirkungen vorzubeugen oder sie zumindest zu lindern.

Übelkeit und Erbrechen

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Insbesondere Übelkeit und Erbrechen kann man durch spezielle Medikamente, die sogenannten Antiemetika, vermeiden oder stark abmildern. War eine Chemotherapie früher regelhaft mit diesen Nebenwirkungen verbunden, so treten Übelkeit und Erbrechen in stärkerem Ausmaß heute nur noch selten auf. Viele moderne Chemotherapien sind für die Patienten gut verträglich. Eine ausführliche Darstellung der Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit lesen Sie hier.

Auswirkungen auf Blutzellen und Schleimhäute

Zytostatika treffen im Körper auch gesunde, schnell wachsende Zellen. Dazu gehören die Zellen der Blutbildung und die der Schleimhäute. Der Abfall der Blutzellen beginnt in der Regel etwa eine Woche nach Beginn der Chemotherapie und hält in der Regel einige Tage an. Danach regenerieren sich das Knochenmark und die Blutbildung meist schnell von selbst wieder.
Ist aber die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) anhaltend stark vermindert, besteht erhöhte Infektionsgefahr (hier mehr zu Fieber und Infektionen bei Krebs). Falls erforderlich, kann die Neubildung von Leukozyten durch Gabe von sogenannten Wachstumsfaktoren der Blutbildung (Granulozyten-Kolonie- stimulierende Faktoren, G-CSF) angeregt werden. Bei stärkeren Infektionen in der Zeit der niedrigen Leukozytenzahl ist eine sofortige  Behandlung mit einem breit wirksamen Antibiotikum erforderlich.
Fallen die Blutplättchen sehr stark ab und besteht Blutungsgefahr oder liegen bereits Blutungszeichen vor, so müssen Blutplättchen als Transfusion zugeführt werden.
Entwickelt sich eine Blutarmut mit ausgeprägtem Mangel an roten Blutkörperchen, sind die Patienten müde und schwach. Hier können Bluttransfusionen oder die Gabe eines Wachstumshormons der roten Blutkörperchen (Erythropoetin) notwendig sein (hier mehr zur sogenannten Fatigue, der Erschöpfung bei und nach Krebs).
Bei schmerzhaften Entzündungen der Mundschleimhaut (Mukositis) ist eine spezielle Pflege und auch eine Anpassung der Ernährung notwendig, um Schmerzen zu lindern und Infektionen vorzubeugen.

Haarausfall

Haarausfall ist nicht grundsätzlich Folge einer Chemotherapie. Manche der heute eingesetzten Zytostatika verursachen keinen oder nur geringen Haarausfall. Diese Nebenwirkung hängt somit von der Auswahl der Chemotherapiemedikamente ab. Ein eventuell auftretender Haarausfall ist vorübergehend: Nach Abschluss der Behandlung wachsen die Haare innerhalb von zwei bis sechs Monaten wieder nach (hier eine weiterführende Information).
Wenn ein ausgeprägter Haarausfall zu erwarten ist, kann für die Zwischenzeit auf Wunsch des Patienten schon vor Beginn der Behandlung die Anfertigung einer Perücke in die Wege geleitet werden. Die Kosten für eine (Kunsthaar-)Perücke übernimmt die Krankenkasse – mit einer Zuzahlung eines Eigenanteils von zehn Prozent, wie seit Anfang 2004 bei allen Hilfsmitteln.

Folgen der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist heute dank verschiedener technischer Verbesserungen und computergesteuerter Planung präziser und verträglicher als früher: Der Tumor wird bestrahlt, umliegendes gesundes Gewebe bleibt weitgehend von der Strahlenwirkung verschont. Dennoch kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, beispielsweise zu schmerzhaften Rötungen der Haut. Über eine geeignete Pflege der bestrahlten Hautbezirke werden die Patienten vor der Behandlung informiert. Auch die Schleimhäute im Bereich von Rachen und Speiseröhre können vorübergehend entzündet sein, was in der akuten Phase Probleme bei der Nahrungsaufnahme bereiten kann. Aber auch hier lässt sich Linderung schaffen.
Besonders bei Kombination von Strahlen- und Chemotherapie kann die Lunge mit einer speziellen Entzündung, der sogenannten Strahlenpneumonitis reagieren, die das Bindegewebe betrifft. Zur Behandlung werden Kortisonpräparate eingesetzt.
Auch weitere mögliche Nebenwirkungen oder Komplikationen lassen sich durch pflegerische und medikamentöse Maßnahmen verhindern oder abmildern.

Schmerzbehandlung

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Bei Lungenkrebs in fortgeschrittenen Stadien sind Schmerzen häufig das belastendste Symptom der Erkrankung, das die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Eine wirksame Schmerztherapie ist hier eine der wichtigsten Maßnahmen, falls die Schmerzursache – der Tumor oder seine Metastasen - nicht direkt behandelt werden kann. Sie kann die Lebensqualität maßgeblich verbessern. Eine gute Schmerztherapie wird individuell auf die Schmerzsituation des Patienten abgestimmt. Maßgeblich ist das, was der Patient empfindet. Er entscheidet, ob eine Schmerztherapie gut und ausreichend ist oder nicht.

Mit den verfügbaren Medikamenten und Methoden lassen sich Tumorschmerzen meist gut lindern. Die Behandlung erfolgt nach Möglichkeit mit Tabletten oder Tropfen. Bei starken Schmerzen werden Opioide eingesetzt.
Diese Abkömmlinge des Morphins sind die wirksamsten Schmerzmedikamente. Sie sind mittlerweile auch als Pflaster erhältlich. Heute ist man mit dem Einsatz von Opioiden nicht mehr so zurückhaltend, und die Verschreibung ist weit weniger kompliziert als früher. Bei unbefriedigender Schmerzlinderung durch andere Medikamente werden immer Opioide eingesetzt.

Für eine gute und anhaltende Schmerzlinderung ist es entscheidend, die Medikamente nach einem festen Zeitplan einzunehmen und nicht erst dann, wenn die Schmerzen wieder auftreten. Falls Tabletten, Tropfen oder Pflaster nicht ausreichend wirken oder nicht verträglich sind, können Opioide auch als Dauerinfusion verabreicht werden: in eine Vene, unter die Haut oder in bestimmten Fällen direkt in die Umgebung des Rückenmarks. Der Katheter ist mit einer Pumpe oder mit einem unter die Haut eingepflanzten  Reservoirsystem verbunden, die eine kontinuierliche Abgabe des Medikaments sicherstellen. Bei der sogenannten patientenkontrollierten Schmerztherapie (PCA) können die Patienten die Pumpe selbst betätigen und je nach Bedarf die Dosis anpassen. Durch Knochenmetastasen verursachte Schmerzen lassen sich durch gezielte Bestrahlung lindern.

Nachsorge und Rehabilitation bei Lungenkrebspatienten: Wie geht es weiter?

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Viele Patienten sind nach der Entlassung in den Alltag und in das häusliche Umfeld erst einmal ratlos und unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Wenn die Therapie mit heilender Absicht durchgeführt werden konnte, stellt sich die Frage, was man selbst tun kann, um den weiteren Genesungsverlauf zu unterstützen und keinen Rückfall zu erleiden. Ist es nicht gelungen, den Tumor vollständig zu zerstören, so fragt man sich, was kommen wird, wie gegebenenfalls Beschwerden gelindert werden können, wer bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation helfen kann. Die Nachsorge hat die Aufgabe, die Patienten umfassend zu unterstützen. Sie beinhaltet die Nachuntersuchungen, die psychische sowie soziale Betreuung und Begleitung, das Abwenden und Lindern erkrankungs- oder therapiebedingter Folgen sowie Rehabilitationsmaßnahmen.
Der Arzt ist in der Nachsorge Ansprechpartner für Fragen zum Umgang mit der Erkrankung – auch dafür, wie enge Vertraute oder Familienmitglieder mit den Folgen der Erkrankung zurechtkommen können. Er sollte bei Bedarf an Psychologen oder Beratungsstellen verweisen können, die auf die Betreuung und Unterstützung von Krebspatienten spezialisiert sind. Der Nachsorgetermin bietet außerdem die Gelegenheit, sozialrechtliche und berufliche Fragen zu besprechen. Der Arzt kann dann auch an die für spezielle Fragen zuständigen Stellen verweisen und Ansprechpartner benennen.

Nachsorgeuntersuchungen

Nach der ersten Behandlung werden zunächst in kürzeren, dann längeren Abständen Nachuntersuchungen durchgeführt. Sie dienen zum einen der Erkennung möglicher Folgen der Therapie, die behandelt werden müssen, zum anderen haben sie das Ziel, einen möglichen Rückfall, für den eine wirksame Therapie zur Verfügung steht,  frühzeitig zu erkennen.

Erkennen von Rückfällen

Entscheidend für die Wahl der Nachsorgeuntersuchungen ist die Frage, ob sich aus den Ergebnissen und der möglichen Entdeckung eines Rückfalls auch Konsequenzen ergeben, die einen Nutzen für den Patienten haben: mögliche Verlängerung des Überlebens oder zumindest eine Vorbeugung von Komplikationen und eine Verbesserung der Lebensqualität. Nur bei einem örtlichen Wiederauftreten der Erkrankung in der Lunge oder bei Entwicklung einer isolierten, einzelnen Metastase bietet eine erneute Behandlung nochmals die Chance auf Heilung oder zumindest längerfristige Tumorfreiheit. Deshalb ist die frühzeitige Erkennung eines solchen Lokalrezidivs oder einer einzelnen Metastase nach einer zunächst vollständigen Tumorrückbildung  wichtig.

Haben sich bereits mehrere Metastasen gebildet, ist die Erkrankung nicht mehr heilbar. Eine erneute Therapie kann aber durchaus eine Verlängerung der verbleibenden Überlebenszeit erreichen. Im Vordergrund steht neben der Überlebenszeitverlängerung aber das Ziel, Komplikationen und Beschwerden durch das Tumorwachstum zu bekämpfen und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Das kann durch Bestrahlung und Chemotherapie gelingen, unterstützt durch rein gegen die Symptome gerichtete Maßnahmen und durch eine wirksame Schmerztherapie.

Nachsorgetermine

Zu Art und zeitlichen Abständen der Nachsorgeuntersuchungen geben die Leitlinien der Fachgesellschaften einen Rahmen vor (www.leitlinien.net):

Ob nach einer Operation grundsätzlich jährliche Computertomographien und Bronchoskopien erforderlich sind, wird unterschiedlich beurteilt. Nach Operationen, bei denen Luftwege überbrückt wurten (bronchoplastische Operationen), sind regelmäßige Bronchoskopien jedenfalls notwendig. Wann und wie oft, wird individuell festgelegt.
Bis auf die Röntgenaufnahmen, die Ultraschalluntersuchungen und gegebenenfalls die Bronchoskopien kann der betreuende Hausarzt die Nachsorge durchführen. Wenn allerdings der Verdacht auf einen Rückfall besteht, sollten die Abklärungsuntersuchungen in einer onkologischen Schwerpunktpraxis oder in der Klinik erfolgen.

Bei Patienten mit fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung steht die Vorbeugung und Behandlung von krankheitsbedingten Symptomen und Komplikationen im Vordergrund. Dazu zählen die Freihaltung der Atemwege, die Schmerzbehandlung, die Behandlung von Ergüssen ins Brustfell und  von Knochenmetastasen.

Rehabilitation

Verwandte Themen

Um nach der ersten Behandlung körperlich wieder so leistungsfähig wie möglich zu werden, die akuten Auswirkungen der Behandlung zu bessern und Langzeitfolgen möglichst vorzubeugen, haben fast alle Patienten im Anschluss an die Tumorbehandlung Anspruch auf Leistungen im Rahmen der Rehabilitation. Leistungsträger sind bei gesetzlich Versicherten die Krankenkassen oder die Rentenversicherung. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag.
Zur Rehabilitation gehören Maßnahmen der Nachbehandlung in spezialisierten Rehabilitationskliniken ("Nachsorgekliniken") oder ambulante Angebote, gegebenenfalls Leistungen zur Wiedereingliederung am Arbeitsplatz und weitere Unterstützungen.

Ob eine stationäre Rehabilitation sinnvoll ist und welche Ansprüche bestehen, lässt sich schon in der Klinik abklären. Die Kliniksozialdienste stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen bei Bedarf gemeinsam mit den behandelnden Ärzten auch bei der Antragstellung. Seit 2002 gibt es für gesetzlich versicherte Patienten, die bereits entlassen sind, die zentralen Servicestellen REHA. Die nächste Anlaufstelle kann bei der Krankenkasse erfragt werden, im Internet findet sich eine Liste unter www.reha-servicestellen.de.

Lungenkrebs: Leben mit der Erkrankung

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Viele Patienten wollen nach der medizinischen Behandlung selbst etwas für sich tun, um den Heilungsverlauf und ihre Erholung zu unterstützen. Was für Lungenkrebspatienten sinnvoll ist und was nicht, hängt stark von der persönlichen Situation ab - es gibt nur wenige pauschale Rezepte, die für alle Betroffenen Gültigkeit haben. Auf jeden Fall sollten alle Maßnahmen, die auf eigene Faust unternommen werden, mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden.

Mit dem Rauchen aufhören

Selbst wenn es nicht unbedingt einsichtig erscheinen mag: Es ist keineswegs gleichgültig, ob Patienten mit Lungenkrebs weiterrauchen oder mit dem Rauchen aufhören. Wenn die Behandlung mit dem Ziel der Heilung durchgeführt wurde, kann sich durch den Rauchstopp das Risiko für ein zweites Karzinom in der Lunge verringern. Für alle Patienten ist dies im Hinblick auf die Lungenfunktion und die Vorbeugung von Komplikationen eindeutig von Vorteil. Hilfestellung bietet unter anderem das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum, das ein besonderes Rauchertelefon für Krebspatienten anbietet (Montag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr unter Telefon 06221 - 42 42 24 oder unter www.dkfz.de/de/tabakkontrolle).

Atemübungsprogramme

Eine wichtige Rolle im Rahmen der Rehabilitation – und darüber hinaus – sind insbesondere bei operierten Patienten atemgymnastische Übungen. Sie können die Belüftung der Lunge und damit die Sauerstoffversorgung des Blutes verbessern und tragen zur Wiedererlangung und Erhaltung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit bei. Unterschiedliche Probleme nach der Tumortherapie oder im Verlauf der Erkrankung können mit speziellen Übungen gezielt gebessert werden. Auch Verspannungen, die durch Angst vor Schmerzen verursacht wurden, lassen sich lösen.
Der Verlust an Lungengewebe oder eine Behinderung der Atmung kann durch bestimmte Übungen in begrenztem Ausmaß ausgeglichen werden.

Vorbeugen von Lungenentzündungen

Da viele der Betroffenen wegen einer chronischen Bronchitis vorgeschädigte Bronchialwege haben, ist die Vorbeugung einer akuten Lungenentzündung besonders wichtig. Auch Inhalationsbehandlung und die Gabe von Medikamenten, die die Bronchien erweitern, können unterstützend wirken. Speziell ausgebildete Therapeuten führen die Atemübungen bereits in der Klinik mit den Patienten durch. Nach der Entlassung sollten sie dann konsequent weitergeführt werden.

Ernährung

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Bei Patienten mit Lungenkrebs spielt die Ernährung schon deshalb eine wichtige Rolle, weil viele von ihnen durch die Erkrankung und die Behandlung an Appetitstörungen und Gewichtsverlust leiden. Es kommt besonders darauf an, eine ausreichende und ausgewogene Nahrungsaufnahme zu unterstützen. Eine gesunde, vollwertige Ernährung kann den Allgemeinzustand günstig beeinflussen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei.
Für Patienten, die während der Behandlung nicht alles wie früher vertragen oder die durch die Erkrankung oder die Therapie stark an Gewicht verloren haben, geben Ärzte, Pflegende, Ernährungsberater oder Beratungsstellen individuell angepasste Empfehlungen, die bei Bedarf auch hochkalorische Zusatznahrung beinhalten, zum Beispiel sogenannte Astronautenkost. Auch in der stationären Rehabilitation kann das Thema Ernährung angesprochen werden.

Hat sich der Gesundheitszustand nach Abschluss der Behandlung wieder stabilisiert, ist das Gewicht wieder annähernd normal und bestehen keine Mangelerscheinungen, können sich Krebspatienten wie ihre Familien an den Empfehlungen der internationalen Fachgesellschaften für eine gesunde, ausgewogene Ernährung orientieren. Das "Fünf am Tag-Programm" fasst alle aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse zur gesunden Ernährung zusammen. Demnach macht schon sehr viel richtig, wer fünfmal am Tag eine Portion Obst oder Gemüse isst. Eine Portion ist dabei definiert als "eine Handvoll", auch ein Glas Saft darf dabei sein. Wer sich so ernährt und keine besonderen Mangelerscheinungen hat, braucht nach Erkenntnissen der internationalen Fachgesellschaften weder zusätzliche Vitamine noch Spurenelemente.

Wirklich strenge Vorgaben sind für Krebspatienten allerdings nur bedingt sinnvoll! Entscheidend für sie ist viel eher, das zu essen, was gut verträglich ist und was schmeckt – Stichwort Wunschkost. Gerade bei Essproblemen und Appetitmangel ist dies wichtig, damit der Spaß am Essen nicht völlig vergeht.

Krebsdiät sinnvoll?

Ein Einfluss auf den Tumor darf von der Ernährung, und sei sie noch so gesund, nicht erwartet werden. Keine Krebserkrankung lässt sich nach heutigem Kenntnisstand durch eine Diät oder eine Veränderung der Lebensmittelauswahl oder -zubereitung beeinflussen. Keine der in Broschüren, Büchern oder über das Internet propagierten Diäten gegen Krebs ist wissenschaftlich geprüft oder hat in klinischen Studien den Hoffnungen einer günstigen Beeinflussung der Erkrankung standgehalten. Einige sind sogar gefährlich, weil sie zu einer Mangelernährung führen, die sich Krebspatienten nicht leisten können. Dazu gehören alle Formen von Fasten- oder Saftkuren. Auch viele Diäten, bei denen bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Schweinefleisch oder Fleisch generell, Fett oder Kaffee ganz verboten sind, gehen von wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren Theorien zum Zusammenhang von Krebs und Ernährung aus. Lebensmittel, die für Krebspatienten regelrecht "giftig" sein sollen, gibt es schon gar nicht.

Sport und Bewegung

Haben sich Patienten mit Lungenkrebs wieder erholt, gibt es keine Anzeichen für Metastasen und ist die Lungenfunktion ausreichend, gibt es eine weitere Möglichkeit, etwas für sich zu tun: die Teilnahme an speziellen Sportgruppen der Krebsnachsorge, die von den Landessportbünden und den lokalen Vereinen in zahlreichen Orten eingerichtet wurden. Eine Adressliste, in der allerdings auch andere Sportangebote mit aufgeführt werden und die daher für manche Orte sehr lang sein kann, ist unter www.sportprogesundheit.de verfügbar.
In einer Gruppe mit anderen Betroffenen können unter geschulter Anleitung Nachwirkungen der Krebsbehandlung positiv beeinflusst und insgesamt Verbesserungen der Lebensqualität erreicht werden. Die Krankenkassen beteiligen sich im Rahmen der Rehabilitation an den Kosten, der Arzt muss dazu ein Rezept ausstellen (mehr dazu beim Thema Sport und Bewegung).
Zur Klärung, ob Sport geeignet ist, die Lungenfunktion und den Allgemeinzustand zu verbessern, sollten Betroffene auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten sprechen.

Alternative Verfahren außerhalb der Schulmedizin

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Über die beschriebenen erprobten Behandlungsverfahren wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung hinaus wird Patienten mit Lungenkrebs eine Vielzahl von weiteren Medikamenten und Methoden angeboten.
Ihre Wirksamkeit gegen Krebs ist allerdings nicht immer mit den Mitteln der wissenschaftlich-klinischen Prüfung nachgewiesen, manchmal handelt es sich sogar um sogenannte Methoden mit unbewiesener Wirksamkeit. Dass in der Krebstherapie so strenge Vorgaben bei der wissenschaftlich-klinischen Prüfung neuer Verfahren angewendet werden, dient dazu, um möglichst sicher entscheiden zu können, ob eine Methode wirksam ist oder nicht. Durch solche Regeln können viele Irrtümer bei der Beurteilung vermieden werden.
Unter den als "biologisch" oder "alternativ" bezeichneten Mitteln gibt es Angebote, die eine solch strenge Prüfung nicht durchlaufen oder nicht bestanden haben. Den meisten davon wird zugeschrieben, dass sie die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, stärken und damit auch gegen Krebszellen aktivieren sollen. Die Immunabwehr funktioniert aber in einem komplexen und komplizierten Zusammenspiel vieler Faktoren, das noch lange nicht vollständig untersucht und geklärt ist. Bei einigen Präparaten weiß man, dass sie tatsächlich Veränderungen im Immunsystem auslösen können. Aber ob sich diese Effekte günstig auf eine Krebserkrankung und die allgemeine Gesundheit auswirken, ist weit weniger klar. Auch unerwünschte Wirkungen sind nicht auszuschließen.
Verbreitet sind Zubereitungen aus der Mistel. Bis zur BSE-Krise waren auch Zubereitungen aus tierischen Organen wie dem Thymus sehr populär. Einige dieser Präparate gibt es schon sehr lange, und manche Ärzte haben damit gute Erfahrungen bei der Besserung des allgemeinen Wohlbefindens der Patienten gemacht. Ob die beobachteten positiven Wirkungen aber auf der Behandlung beruhen oder eher darauf, dass der Patient das Gefühl hat, es werde etwas für ihn getan (sogenannter Plazeboeffekt), kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen.

Schnelle Umsetzung aktueller Forschung?

Andere Methoden wiederum werden als schnelle und erfolgreiche Umsetzung neuester Forschungserkenntnisse angeboten. Hier kann eine Einschätzung sehr schwierig sein. Oft gründen sich solche Behandlungsmethoden auf Verfahren, die bisher nur an Zellkulturen oder bei Labortieren untersucht wurden und über deren Wirkungen beim Menschen noch zu wenig bekannt ist. Teilweise werden auch Behandlungsverfahren weiter eingesetzt, obwohl sie mangels überzeugender Wirksamkeit von der Mehrheit der damit beschäftigten Ärzte und Wissenschaftler bereits wieder aufgegeben wurden. Außerdem ist es mitunter schwierig, die für die Beurteilung notwendigen Einzelheiten solcher Methoden in Erfahrung zu bringen, da sie nirgendwo veröffentlicht wurden.
Besondere Vorsicht ist immer dann geboten, wenn ein Mittel oder eine Methode nicht zusätzlich zur üblichen Therapie, sondern statt dieser empfohlen wird. Auch sollte man immer zuerst klären, ob die zum Teil hohen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Hier hat sich vor allem bei nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln im Jahr 2004 viel geändert. Auch sind 2004 Übergangsregelungen ausgelaufen, nach denen alte Arzneimittel noch ohne Prüfung der Wirksamkeit angeboten werden durften.

Sanft und ohne Nebenwirkungen?

Für die meisten dieser Methoden wird auch damit geworben, dass sie angeblich nicht schadeten. Es ist richtig, dass, zumindest bei den seit langem verwendeten Mitteln, die Nebenwirkungen nicht so stark sind wie zum Beispiel die einer Chemotherapie. Harmlos sind deshalb trotzdem nicht, sie können zum Beispiel sehr wohl bestimmte Laborwerte verändern, grippeähnliche Krankheitszeichen hervorrufen, oder um den Abbau in der Leber mit anderen Mitteln konkurrieren. Deshalb sollte jeder Patient seinen Arzt über die Anwendung aller nicht verordneten Methoden informieren, damit er solche Symptome oder Veränderungen richtig interpretieren kann.

Krankheitsbewältigung

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Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird als massiver Einschnitt erlebt: Alles bisher Gewohnte und viele zukünftigen Ziele scheinen in Frage gestellt. Ängste vor der Rückkehr in den Alltag und Befangenheit im Umgang mit anderen Menschen machen sich bemerkbar. Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung und Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung kommen immer wieder auf. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Niedergeschlagenheit.

Schuldgefühle wegen des Rauchens?

Patienten mit Lungenkrebs, die geraucht haben, plagen sich häufig mit Schuldgefühlen. Aber kein Mensch, auch wenn er geraucht hat, hat Lungenkrebs verdient!

Angst

Auch wenn die Erkrankung nicht geheilt werden kann, lassen sich die Symptome mit den Methoden der modernen Medizin wirksam lindern. Mit der Angst vor Schmerzen müssen Patienten sich heute nicht unnötig quälen, denn die Möglichkeiten der Schmerztherapie sind gut.

Die Bewältigung der Situation braucht Zeit, eigenen Willen und eine verständnisvolle Umwelt. Es ist gut, wenn die Möglichkeit besteht, mit nahe stehenden Menschen über die eigenen Ängste und Sorgen, über Erwartungen und Wünsche offen zu sprechen. Angehörige sind ihrerseits oft unsicher, wie sie sich verhalten sollen und scheuen das Gespräch, um den Betroffenen - und oft auch sich selbst - zu schonen. Aber erst die offene Aussprache kann Wege ebnen für eine gemeinsame Bewältigung. Bei Bedarf kann professionelle Hilfe von psychoonkologischen Betreuern in Anspruch genommen werden. Erste Anlaufstelle hierfür sind die regionalen Krebsberatungsstellen, an die sich Patienten und Angehörige wenden können.

Mehr wissen zum Thema Lungenkrebs: Adressen, Links, Broschüren

Fragen im Zusammenhang mit der Erkrankung, ihren Folgen und mit der eigenen Lebensführung und der Bewältigung der Situation der Lebensführung tauchen immer wieder auf: Was kann man selbst zur Behandlung und Gesundung beitragen? Wie kann man einem Rückfall vorbeugen, und was tun, wenn es doch dazu kommt? Wie geht man am besten mit den verschiedenen Begleiterscheinungen von Krankheit und Behandlung um? Kein Patient sollte sich scheuen, seine Fragen an den behandelnden und betreuenden Arzt zu richten. Zu dessen Aufgaben gehört es auch, seine Patienten zu begleiten, gemeinsam mit ihnen Probleme zu lösen, ihre Fragen zu beantworten und weitergehende Möglichkeiten der Unterstützung zu vermitteln.

Krebsberatungsstellen

Psychosoziale Krebsberatungsstellen gibt es in vielen Städten und Gemeinden. Sie bieten Krebspatienten und ihren Angehörigen Information und Rat in praktischen Fragen der Nachsorge wie Rehabilitationsmaßnahmen, Rente oder die Anerkennung einer Behinderung. Darüber hinaus unterstützen sie Betroffene bei der Auseinandersetzung mit ihrer veränderten Lebenssituation. Wo nötig, sind sie behilflich, Wege zur finanziellen Unterstützung zu finden. Die Beratungsstellen arbeiten mit anderen Einrichtungen zusammen, die spezielle Angebote für Krebspatientinnen und Krebspatienten haben, und können bei Bedarf Kontakte dorthin vermitteln.

Eine Liste der regionalen Stellen finden Sie hier.

Das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums

Rauchertelefon: Das WHO-Zentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum bietet für Krebspatienten, die Probleme mit dem Aufhören haben, wie für mitrauchende Familienangehörige und Freunde einen besonderen Service an:

Broschüren

Eine Liste kostenlos erhältlicher Broschüren anderer Anbieter zum Thema Lungenkrebs hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt:




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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 10.12.2007