Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Behandlungsplanung bei Gebärmutterhalskrebs: Stadieneinteilung

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Die Ergebnisse der Voruntersuchungen erlauben eine erste Beschreibung der Ausbreitung eines Tumors am Gebärmutterhals. Die genaue Kenntnis ist von zentraler Bedeutung, um die bestmögliche Behandlung durchführen zu können. Fachleute sprechen hier auch von Tumorklassifizierung, Stadieneinteilung oder Staging. Sie erleichtert die Behandlungsplanung.

TNM-System

Ein weit verbreitetes Verfahren für die Beschreibung der Tumorausbreitung ist das TNM-System. Die Kriterien, die diesem System zugrunde liegen, berücksichtigen

  • T: Größe und örtliche Ausdehnung des Tumors
  • N: Lymphknotenbefall (für lateinisch Nodus - Knoten)
  • M: Metastasen, also Tochtergeschwülste in anderen Organen oder Geweben

Ziffern hinter den Buchstaben stehen für Größe und Ausdehnung (T1 bis T4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknotenregionen (N0 bis N3) und das Vorhandensein oder Fehlen von Metastasen (M0 oder M1). T1 N0 M0 bezeichnet zum Beispiel einen kleinen Tumor ohne Lymphknotenbefall und Metastasen. Die Stadieneinteilung oder Klassifikation ist die wesentliche Grundlage für die Behandlungsplanung.
Eine ganz exakte Beurteilung des TNM-Stadiums ist nur nach operativer Entfernung des Tumors möglich. In der Dokumentation wird die TNM-Einteilung dann durch ein vorangestelltes "p" ergänzt, zum Beispiel also pT1pN0pM0. Das p steht dabei für die postoperative Untersuchung des entnommenen Gewebes durch einen Pathologen.

FIGO-System

Für das Zervixkarzinom und andere gynäkologische Tumoren haben Gynäkologen die FIGO-Klassifikation entwickelt (International Federation of Gynecology and Obstetrics, Internationale Vereinigung für Gynäkologie und Geburtshilfe, im Internet unter www.figo.org). Hierbei handelt es sich um eine weitere Form der Beschreibung von Krankheitsstadium und –ausdehnung.
Die FIGO-Einteilung für gynäkologische Tumoren stimmt mit der TNM-Klassifikation praktisch überein.

FIGO-Stadium

0
Es liegt ein In-situ Karzinom (Carcinoma in situ) vor, also Krebs im Frühstadium. Der Tumor ist noch nicht in das Gewebe eingewachsen.

I
Der Tumor ist nur auf den Gebärmutterhals (Cervix uteri) begrenzt.

Ia
Nur unter dem Mikroskop ist am entnommenen Gewebe erkennbar, dass der Tumor bereits invasiv wächst und beginnt, in anderes Gewebe einzudringen.

Ib
Ein invasives Karzinom ist mit bloßem Auge erkennbar, es ist deutlich zu sehen, dass der Tumor in umliegendes Gewebe eingedrungen ist.

II
Der Tumor hat sich über die Gebärmutter hinaus ausgedehnt, ist aber nicht bis zur Beckenwand und nicht ins untere Drittel der Scheide vorgedrungen.

IIa
Das obere Drittel der Scheide ist befallen; der Halteapparat der Gebärmutter, die Parametrien, ist aber noch tumorfrei.

IIb
Die Parametrien sind befallen, aber die Beckenwand ist frei.

III
Der Tumor hat sich auf die Beckenwand ausgedehnt und verursacht eine Nierenstau (Hydronephrose); das untere Drittel der Scheide ist befallen.

IIIa
Das untere Drittel der Scheide ist befallen, aber die Beckenwand ist frei.

IIIb
Der Tumor hat sich bis zur Beckenwand ausgedehnt oder verursacht einen Nierenstau.

IV
Der Tumor hat das kleine Becken überschritten und ist in die Schleimhaut von Blase oder Enddarm eingewachsen.

IVb
Tochtergeschwülste haben sich in entfernter gelegenen Organen gebildet (Fernmetastasen).



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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 16.06.2006