Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Behandlungsmöglichkeiten bei Gebärmutterhalskrebs: Eine Übersicht

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Der folgende Text "Behandlungsmöglichkeiten - ein Überblick" ist Teil einer umfassenderen Information zum Thema Zervixkarzinom. Sie richtet sich an Patientinnen mit dieser Erkrankung, ihre Angehörigen und Freunde. Informationen aus dem Internet können es erleichtern, sich ein Bild über eine Krebserkrankung zu machen. Sie ersetzen jedoch nicht das Gespräch mit den behandelnden Ärzten.

Welche Behandlung ist sinnvoll?

Das Ziel einer Therapie mit kurativer, das heißt heilender Absicht ist die vollständige Entfernung des Tumors. Eine palliative, zu Deutsch lindernde Behandlung versucht, angepasst an den Allgemeinzustand und unter Berücksichtigung der Lebensqualität, die bestmögliche Wirkung auf einen Tumor zu erzielen, wenn dieser nicht vollständig entfernt werden kann. Um beurteilen zu können, welche Therapieziele möglich sind, müssen Lage, Größe und Ausdehnung des Tumors genau bekannt sein.  Erst wenn diese Informationen vorliegen, kann ein behandelndes Team aus verschiedenen Fachärzten wie Frauenärzten, Strahlentherapeuten, Onkologen und Anästhesisten gemeinsam mit der Patientin eine individuell abgestimmte Behandlungsmethode planen. Neben dem Stadium der Krebserkrankung und Risikofaktoren wie Lymphknotenbefall stehen bei der Therapiewahl vor allem der Allgemeinzustand und die Lebenssituation der Betroffenen im Vordergrund. Auch der Wunsch nach Kindern wird bei Frauen berücksichtigt, wenn es medizinisch vertretbar ist, und sollte daher vor der Behandlung mit dem Arzt besprochen werden.

  • Patientinnen mit kleinen Tumoren und einem guten Allgemeinzustand werden primär operiert.
  • Patientinnen in schlechtem Allgemeinzustand und/oder mit fortgeschrittener Erkrankung werden eher bestrahlt; die Kombination mit einer Chemotherapie als so genannte Radiochemotherapie wird ebenfalls häufig eingesetzt.

Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

Je nach individuellem Krankheitsstadium können folgende Therapieverfahren im Rahmen einer Behandlung von Gebärmutterhalskrebs zum Einsatz kommen:


Weitere Behandlungsmöglichkeiten

In der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs spielen moderne molekularbiologische Methoden noch kaum eine Rolle. Zwar gibt es eine vorbeugende Impfung gegen diejenigen Viren, die an der Entstehung von Zervixkarzinomen beteiligt sind. Zur Therapie von Krebsvorstufen oder gar Krebs des Gebärmutterhalses steht bis heute aber keine Impfung zur Verfügung. Bislang ist daher nicht abzusehen, ob eine therapeutische Impfung bei fortgeschritteneren Erkrankungsstadien je die Operation, die Bestrahlung oder die Chemotherapie ablösen kann. Die Virusforscher erhoffen sich vor allem für die Frühstadien, dass die Krankheit zumindest zurückgedrängt werden kann und die Impfung die anderen Therapieverfahren ergänzen wird.

Stadiengerechte Therapie auf Basis von Leitlinien

Kein Ersatz für das ärztliche Gespräch!
Die folgende Übersicht kann das Gespräch mit den behandelnden Ärzten nicht ersetzen! Zur Vorbereitung eines solchen Gesprächs bietet der Krebsinformationsdienst einen Text mit den wichtigsten Fragen an den Arzt im PDF-Format an: "Behandlungswahl".

Um für alle Patientinnen eine ihrer Krankheitssituation möglichst gut angepasste Therapie zu gewährleisten, haben Experten Schemata für den Ablauf einer stadiengerechten Behandlung entwickelt. Zuletzt aktualisiert wurden entsprechende Leitlinien für das Zervixkarzinom im Mai 2004, die Deutsche Krebsgesellschaft hat im Frühjahr 2006 eine gekürzte Fassung dieser Übersicht veröffentlicht (unter www.krebsgesellschaft.de,  Stichwort Leitlinien). Leitlinien richten sich jedoch vorrangig an Fachleute - Patientinnen und ihre Angehörigen sollten Details, die sie in solchen Informationen finden, immer mit den behandelnden Ärzten besprechen: Solche Beschreibungen von Behandlungsmöglichkeiten können nur einen Rahmen vorgeben. Sie sind aber nie so starr definiert, dass individuelle Besonderheiten nicht berücksichtigt werden könnten.
Auch im Rahmen von klinischen Studien weichen Mediziner von Leitlinien ab: Studien dienen dazu, die bisher gültigen Empfehlungen zu optimieren und neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Behandlung des Zervixkarzinoms zu integrieren, um die Situation von Patientinnen langfristig zu verbessern. 

Selbst länger anhaltende Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut (nach dem Ergebnis der Abstrichuntersuchung als Pap IVa bezeichnet) gelten nicht als Gebärmutterhalskrebs, sondern als Vorstufe. Einen Überblick über Diagnose und Behandlung dieser Veränderung hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.

Der folgende Text beschreibt die Behandlung von Krebserkrankungen, die das Stadium Pap Iva überschritten haben!

Stadiengerechte Behandlung: einige Anhaltspunkte

Chronische Krebsvorstufen an der Zervixschleimhaut und kleine Tumoren, die nicht oder nur sehr wenig ins tiefer liegende Gewebe eingedrungen sind (zur Klassifikation nach FIGO)
Eine Möglichkeit der Behandlung für Tumoren, die die Gebärmutter und den oberen Scheidenanteil überschritten haben, (zur Klassifikation nach FIGO) ist eine sogenannte Konisation, bei der nur ein kleiner Gewebekegel aus dem Gebärmutterhals ausgeschnitten wird. Reicht die Konisation zur Entfernung des veränderten Gewebes nicht aus, besteht aber Kinderwunsch, kommt unter Umständen eine Teilentferung der Gebärmutter infrage, eine sogenannte Trachelektomie. Besteht kein Kinderwunsch oder gibt es Risikofaktoren, die auf ein hohes Rückfallrisiko hindeuten, kann zur größeren Sicherheit auch die Gebärmutter ganz entfernt werden. Ob dabei Lymphknoten mit entfernt werden, hängt von der tatsächlichen Ausbreitung der Tumorzellen ab und kann unter Umständen erst beim Eingriff selbst beurteilt werden.

Tumoren, die die Gewebegrenzen deutlich überschritten haben, aber nicht über den Gebärmutterhals hinaus gewachsen sind (zur Klassifikation nach FIGO)
Diese Erkrankungen können mit einer Konisation nicht mehr ausreichend behandelt werden. Die meisten Frauen müssen mit einer Entfernung der Gebärmutter rechnen, der Eingriff wird als Hysterektomie oder Uterusexstirpation bezeichnet. Auch Lymphknoten werden entfernt, um die mögliche Ausbreitung von Tumorzellen einschätzen zu können. Ob es möglich ist, bei Kinderwunsch zumindest einen Teil der Gebärmutter zu erhalten und nur eine so genannte Trachelektomie durchzuführen, hängt von der Größe des Tumors ab und davon, ob sich aus den begleitenden Befunden ein ausreichend niedriges Rückfallrisiko herleiten lässt.

Tumoren, die über den Gebärmutterhals hinausgewachsen sind und den oberen Scheidenanteil und/oder den Halteapparat der Gebärmutter befallen, sich aber nicht ins Becken ausgebreitet haben (zur Klassifikation nach FIGO)
Unter Umständen kann auch hier eine Operation durchgeführt werden: Die Gebärmutter sowie auch umliegendes Gewebe bis hin zum oberen Anteil der Scheide werden entfernt (erweiterte Hysterektomie), auch müssen mehr Lymphknoten entnommen werden als bei früheren Krankheitsstadien. Kommt für eine Patientin keine umfangreiche und belastende Operation infrage, etwa weil ihr Allgemeinzustand gegen einen großen Eingriff spricht, ist eine Bestrahlung oder eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie eine Alternative.
Zeigt sich, dass Lymphknoten befallen sind, macht eine Operation nur selten Sinn, da sie sehr umfangreich sein müsste und eventuell Blase oder Darm mit beträfe. Da davon auszugehen ist, dass sich Krebszellen noch weiter verbreitet haben, wird den meisten Patientinnen eine Bestrahlung oder eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie empfohlen.

Tumoren, die die Gebärmutter und den oberen Scheidenanteil überschritten haben (zur Klassifikation nach FIGO)
Eine kombinierte Radiochemotherapie, bei der sowohl eine Bestrahlung wie auch Zytostatika eingesetzt werden, kann das Tumorwachstum aufhalten. Unter Umständen ist erst in einer vorgeschalteten Operation das Tumorstadium genau einschätzbar. Auch kann versucht werden, den Tumor bei einer solchen Operation zumindest zu verkleinern. Nur in Ausnahmefällen ist eine sehr umfangreiche Operation anstelle einer Radiochemotherapie sinnvoll, bei der auch Blase und/oder Enddarm entfernt werden, wenn sie vom Tumor befallen sind (Exenteration). Hat eine Patientin schon einmal eine Bestrahlung im Beckenbereich erhalten, wodurch eine erneute Radiotherapie wegen der zu erwartenden Gewebeschäden nicht möglich ist, kann diese ausgedehnte Operation allerdings trotz der Folgen (künstliche Harnableitung und/oder künstlicher Darmausgang) eine Möglichkeit darstellen.


Möglichkeiten bei Rückfällen

Bei Rückfällen und bei Metastasen in anderen Organen entscheidet zum Teil die Vorbehandlung, zum Teil aber auch die Ausbreitung der Erkrankung über die weitere Therapie.

  • Ist der Tumor örtlich begrenzt und liegen keine Fernmetastasen vor, kann unter Umständen erneut operiert werden, auf jeden Fall aber in größerem Umfang als beim ersten Eingriff. Eine wenn auch meist umfangreiche Operation kommt eventuell auch in Frage, wenn als Erstbehandlung bestrahlt wurde. Wurde zuerst operiert, kann aber auch eine Radiochemotherapie bei nicht wenigen Patientinnen noch zu einer vollständigen Tumorrückbildung führen.
  • Eine Chemotherapie lindert Symptome und begrenzt das Tumorwachstum, wenn sich der Tumor über den Bauchraum hinaus ausgebreitet hat und Zellen in anderen Organen gefunden werden. Sie ist in der Regel jedoch nicht oder nicht dauerhaft in der Lage, die weitere Ausbreitung der Erkrankung vollständig aufzuhalten.

Lebensqualität, Langzeitfolgen und Risiken

Je nach Allgemeinzustand, Alter und persönlicher Entscheidung der Patientin muss in fortgeschrittenen Stadien und bei Rückfällen der Erkrankung der Nutzen gegen die Risiken und Langzeitfolgen jeder Behandlung abgewogen werden. Dies gilt vor allem dann, wenn sich Tumorabsiedlungen, so genannte Fernmetastasen, in anderen Organen gebildet haben.



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Seite drucken   ganzes Thema drucken    Zuletzt aktualisiert: 16.06.2006