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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

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Dickdarmkrebsgewebe, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Behandlung bei Dickdarmkrebs: Neue Medikamente, klinische Forschung

Welche Entwicklungen hat die Darmkrebsbehandlung in den letzten Jahren durchlaufen? Die Möglichkeiten haben sich erweitert: Heute stehen als Ergänzung von Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie auch sogenannte zielgerichtete Medikamente zur Verfügung. Sie greifen direkt in den Tumorstoffwechsel ein. Trotzdem können solche Arzneimittel auch Nebenwirkungen haben, weil die betreffenden "Angriffspunkte" eben nicht nur in Krebszellen, sondern auch in gesundem Gewebe vorkommen. Zudem sind die Mittel längst nicht für jeden Patienten geeignet oder bei jedem Betroffenen gleich wirksam.
Der folgende Text bietet einen Überblick und Links zum Weiterlesen. Die Beratung durch die behandelnden Ärzte kann eine Information aus dem Internet jedoch nicht ersetzen.

Letzte Aktualisierung: 27.02.2009

Zielgerichtete Medikamente: Das Wichtigste in Kürze

Seit einigen Jahren spielen bei der Behandlung von kolorektalen Karzinomen neue Medikamente eine wachsende Rolle. Dabei handelt es sich um Stoffe, die zielgerichtet gegen Merkmale wirken, welche so nur oder überwiegend nur bei Tumorzellen vorkommen. Zwar schädigt auch die klassische Chemotherapie Tumoren stärker als gesunde Gewebe; die neuen Substanzen greifen jedoch ganz gezielt in den Stoffwechsel von Tumorzellen ein oder "markieren" tumorspezifische Merkmale an der Zelloberfläche.

Die neuen Medikamente ersetzen die anderen verfügbaren Therapiestrategien gegen Darmkrebs nicht und können, so der bisherige Kenntnisstand, auch keine Aussicht auf vollständige Heilung bieten. Sie ergänzen die bisherigen Behandlungsoptionen aber und eröffnen Patienten zusätzliche Chancen auf ein längeres Leben mit der Erkrankung.

Folgende Substanzen stehen aktuell zur Verfügung:

Monoklonale Antikörper

Normalerweise reagiert der Körper zu schwach oder gar nicht auf Krebszellen - sie sind anders als zum Beispiel Krankheitskeime nicht so "fremd", dass das Immunsystem sie als "Feinde" erkennen würde. Die heute als Arzneimittel verfügbaren Antikörper sind dagegen synthetisch hergestellt und richten sich gegen Oberflächenmerkmale, die nur oder in besonders großer Zahl auf Tumorzellen vorkommen.
Der Antikörper Cetuximab ist für die Behandlung bei fortgeschrittenem, metastasiertem Darmkrebs zugelassen, entweder in Kombination mit einer Chemotherapie oder auch als sogenannte Monotherapie, wenn gängige Zytostatika zur Chemotherapie nicht wirken. Das Medikament wird als Infusion in eine Vene verabreicht.
Panitumumab wird ebenfalls eingesetzt, wenn Zytostatika keinen Krankheitsaufschub erwirken können. Dieser Antikörper ist jedoch nicht für alle betroffenen Patienten geeignet: Ein Test, der an aufbewahrtem Tumormaterial oder aktuell entnommenen Biopsieproben durchgeführt wird, liefert Aussagen über die voraussichtliche Wirkung.

Weitere Antiköper werden in klinischen Studien geprüft. In Studien wird außerdem untersucht, ob diese Substanzen ergänzend  beziehungsweise adjuvant bei Patienten eingesetzt werden sollten, bei denen die Erkrankung noch nicht so weit fortgeschritten ist, um so die Risiken eines Rückfalls zu senken.

Angiogenese-Hemmer

Zum Weiterlesen

Auch Bevacizumab, eine weitere neue Substanz gegen Darmkrebs, ist ein Antikörper. Da dieser Stoff aber nicht gegen die Tumorzellen wirkt, sondern das Wachstum von Blutgefäßen hemmt, die ein Tumor zur Versorgung ausbildet, rechnet man ihn zur Gruppe der so genannten Angiogenese-Hemmer. Bevacizumab kann als Infusion in die Vene eingesetzt werden, in Kombination mit einer Chemotherapie. Das Mittel ist derzeit zugelassen für Patienten mit fortgeschrittener, metastasierter Erkrankung

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen

Auch wenn die neuen Medikamente sehr tumorspezifisch wirken, so können sie doch Nebenwirkungen haben. Beobachtet werden beispielsweise Hautveränderungen, die von Patient zu Patient sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Darmkrebspatienten sollten ihre Ärzte auf mögliche Symptome solcher Therapiefolgen ansprechen, um sie von anderen Erkrankungen unterscheiden und frühzeitig eine Behandlung beginnen zu können.

Darmkrebs: Klinische Studien, Krebsforschung

Die Entwicklung neuer Medikamente hat sich beschleunigt: Vergingen früher oft Jahrzehnte, bis Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung direkte Konsequenzen für Patienten hatten, so sind es heute manchmal nur noch wenige Jahre.
Trotzdem werden neue Medikamente nicht ohne Prüfung für die Therapie freigegeben. In klinischen Studien müssen ihre Sicherheit, ihre Wirkung und ihre Nebenwirkungen genau erfasst und dokumentiert werden. Für Krebspatienten, deren Erkrankung trotz Behandlung fortschreitet, bieten solche klinische Studien zwar gewisse Unsicherheiten, da noch Fragen offen sind, aber auch Chancen.
Daneben können Darmkrebspatienten in jedem Erkrankungsstadium an Studien teilnehmen, in denen an der Verbesserung bereits etablierter Verfahren gearbeitet wird. Sie dienen nicht der Testung experimenteller Ansätze, sondern der "Therapieoptimierung".
Mehr zum Thema "Klinische Studien und Krebsforschung" lesen Krebspatienten und Interessierte in der Rubrik Grundlagen. Auch ein Informationsblatt "Klinische Studien" steht zum Laden und Ausdrucken bereit. Dort sind Kriterien aufgeführt, die die Entscheidung für oder gegen eine Studienteilnahme erleichtern können.