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Die Behandlung von Brustkrebs sollte bei Männern wie bei Frauen an einer Klinik erfolgen, die über ausreichende Erfahrung verfügt und an der alle in die Diagnostik und Therapie eingebundenen medizinischen Fachgebiete vertreten sind. Kliniken oder Klinikverbünde, die bestimmte Kriterien erfüllen, können heute das Zertifikat „Brustzentrum“ erlangen.
Die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Senologie haben Zertifizierungsverfahren entwickelt. Zu den Kriterien, die ein Brustzentrum erfüllen muss, zählen unter anderem der Nachweis von mindestens 150 Brustkrebsoperationen pro Jahr und mindestens 50 bei jedem Chirurgen, der Brustkrebsoperationen durchführt, sowie mindestens von 800 Chemotherapien pro Jahr. Alle in der Diagnose und Behandlung beteiligten medizinischen Fachrichtungen müssen vertreten sein.
Die Adressen der zertifizierten Brustzentren sind auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Senologie abrufbar (www.senologie.org, Stichwort "Brustzentren" und "Für Patienten"). Ein weiteres Zertifizierungverfahren wurde von der Europäischen Gesellschaft für Brustkunde (EUSOMA, www.eusoma.org) gestaltet.
Männern mit Brustkrebs stehen bisher bei weitem nicht so viele Informationsquellen und Anlaufstellen zur Verfügung wie weiblichen Patientinnen. Zwar können sie im Prinzip fast alles nutzen, was für Frauen mit einem Mammakarzinom angeboten wird – von der Selbsthilfegruppe bis hin zu Broschüren. Bei diesen Angeboten werden ihre besonderen Herausforderungen in der Bewältigung der Erkrankung allerdings nur selten berücksichtigt.
Dies will das im August 2010 gegründete Selbsthilfe-Netzwerk für Männer mit Brustkrebs (www.brustkrebs-beim-mann.de) ändern. Unterstützt wird die Initiative von der Frauenselbsthilfe nach Krebs, die mir ihrer Bundesgeschäftsstelle für interessierte Männer auch als Anlaufstelle dient.
Bei Männern, die an Brustkrebs erkranken, lassen sich konkrete Risiken und Auslöser meist nicht feststellen. Gelegentlich ist eine vererbte Belastung aber nicht auszuschließen.
Gleich zum Gentest sollten trotzdem weder der Patient noch seine Verwandten: Vorgeschaltet ist in Deutschland auf jeden Fall eine ausführliche und individuelle Beratung in einem entsprechend qualifizierten Zentrum für „Familiären Brustkrebs“. So soll verhindert werden, dass mit Gendaten Mißbrauch getrieben wird oder Familienangehörige gegen ihren Willen mit Risikoaussagen konfrontiert sind, die sie gar nicht verkraften können.
Eine Liste solcher Zentren bietet zum Beispiel die Deutsche Krebshilfe unter www.krebshilfe.de/64.0.html. Dort arbeiten Fachleute verschiedener Bereiche zusammen, etwa Brustkrebsspezialisten, Genetiker und Psychologen.
Eine Richtlinie der Bundesärztekammer gibt zum Schutz von Patienten und Familienangehörigen seit 1998 den rechtlichen Rahmen vor (www.baek.de/downloads/Krebs_pdf.pdf).
Eine Anlaufstelle für Familien und einzelne Betroffene, bei denen die "Brustkrebsgene" BRCA nachgewiesen wurden, bietet das BRCA-Netzwerk e.V. Die Internet-Adresse lautet www.brca-netzwerk.de, sie bietet Informationen zum Thema, Adressen und Links sowie Hinweise auf Gesprächskreise, die allerdings noch nicht flächendeckend in ganz Deutschland zur Verfügung stehen. Auch richtet sich das Angebot bisher, so die Informationen auf der Seite, vorwiegend an Frauen.
Eine Möglichkeit der individuellen Unterstützung bietet sich für krebskranke Männer und ihre Angehörigen bei den psychosozialen Krebsberatungsstellen: Sie sind wichtiger Ansprechpartner bei Sorgen und Problemen, informieren über weitere Angebote vor Ort und geben Auskunft zu sozialrechtlichen Fragen.
Viele der in den letzten Jahren vorwiegend über das Internet entstandenen neueren Patientenorganisationen, sind häufig nicht auf eine Krebsart allein festgelegt. Sie bieten auch Männern mit Brustkrebs eine Plattform. Das Internet ermöglicht es zudem gerade Patienten mit selteneren Erkrankungen, unabhängig vom Wohnort mit ähnlich Betroffenen in ganz Deutschland in Austausch zu treten.