
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deRauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor der Krebsentstehung. Die Beziehung zwischen Tabakkonsum und Lungenkrebs ist besonders auffallend. In Deutschland sind bei Männern vermutlich neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Lungenkrebserkrankungen auf das aktive Rauchen zurückzuführen.
Forscher des WHO-Kontrollzentrums für Tabakkontrolle und ihre Kooperationspartner gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich
Vom Verzicht auf den Glimmstängel profitieren daher nicht nur Raucher, sondern auch ihre Umwelt. Selbst für Menschen, die bereits an Krebs erkrankt sind, lohnt sich das Aufhören.
Wer zu viel Alkohol trinkt, schadet seiner Gesundheit nachhaltig. Dabei muss es nicht gleich um Sucht und Abhängigkeit gehen: Der regelmäßige Konsum auch geringer Mengen kann den menschlichen Organismus schädigen. Die psychischen und sozialen Folgen regelmäßigen Alkoholkonsums sollten ebenfalls nicht ausgeklammert werden.
Weniger bekannt ist vielen Menschen, dass Alkohol auch das Krebsrisiko steigert. Wissenschaftliche Arbeiten haben für einige Krebsarten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebsrisiko gezeigt. Dies betrifft Tumoren im Mundraum, im Rachen, des Kehlkopfes, der Speiseröhre und der weiblichen Brust (vor und nach den Wechseljahren). Für Darmkrebs konnten Wissenschaftler einen Zusammenhang nur oberhalb eines Grenzwertes nachweisen. Ausführliche Informationen bietet der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text zum Thema Alkohol.
Für das Krebsrisiko gilt: Wissenschaftler weisen darauf hin, dass es keine Menge an Alkohol gibt, die bedenkenlos konsumiert werden kann. Wer nicht auf Wein, Bier oder Spirituosen verzichten möchte, sollte nach Ansicht von Fachleuten die Menge beschränken. Männer sollten höchstens einen halben Liter Bier oder einen Viertelliter Wein pro Tag trinken. Für Frauen liegt die Grenze bei einem Viertelliter Bier oder einem Achtelliter Wein. Das entspricht 10 bis 15 Gramm Alkohol, so der Fachreport "Food, Nutrition, Physical Actitvity and the Prevention of Cancer" des World Cancer Research Fund und des American Institute for Cancer Research. Andere Quellen geben an, Männer sollten maximal 20 bis 24 Gramm Alkohol pro Tag und Frauen nicht mehr als 10 bis 12 Gramm zu sich nehmen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, www.dge.de) weist darauf hin, dass auch geringe Mengen nicht jeden Tag getrunken werden sollten. Die ausführlichen Quellen finden sich im Text "Alkohol: Bier, Wein und Schnaps sind Risikofaktoren für Krebs".
Der persönliche Lebensstil spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Krebsvorbeugung. Doch nur die Entstehung einiger Tumorerkrankungen lässt sich aus dem individuellen Verhalten erklären. Krebs entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren, und nicht immer kann man alle oder zumindest einige davon selbst beeinflussen. Zu Recht wehren sich viele Menschen gegen die vollständige Verlagerung der Verantwortung für ihre Gesundheit auf sie selbst; ebenso gegen eine voreilige Reduzierung der Diskussion auf veränderbare Faktoren nur im Bereich des persönlichen Lebensstils. Doch welche Rolle spielen andere Faktoren wirklich, die sich weniger gut beeinflussen lassen? Welchen Einfluss hat die Umweltbelastung, was bewirkt chronischer Stress, zum Beispiel am Arbeitsplatz? Und sind nicht viel mehr Erkrankungen als bisher angenommen doch von Krebsviren verursacht?
Was Umweltgifte angeht, sind sich die meisten Experten heute einig: In den Entwicklungsländern wird die mit der Industrialisierung wachsende Schadstoffbelastung bei gleichzeitig fehlenden Schutzmaßnahmen zukünftig eine größere Rolle spielen. In den westlichen Industrienationen lässt sich ein negativer Effekt für die Gesamtbevölkerung jedoch kaum noch oder gar nicht mehr feststellen. Selbst weltweit betrachtet hält die Weltgesundheitsorganisation WHO Tabakrauch für belastender und gefährlicher als Umweltgifte (www.who.int/cancer/prevention/en/). Im Vergleich sind Rauchen und Passivrauchen für eine weit größere Zahl von Krebsfällen verantwortlich. Die Krebsgefahr durch Kontakt mit Schadstoffen sieht die WHO allerdings im beruflichen Bereich, durch Unfälle oder unzureichende Sicherheitsmaßnahmen (www.who.int/occupational_health/en/). Auch die Autoren des Europäischen Kodex gegen den Krebs gingen davon aus, dass Schadstoffe im Wesentlichen am Arbeitsplatz eine Rolle spielen können. Hier sind vor allem die Arbeitgeber und die zuständigen offizielle Stellen in der Verantwortung, um möglichst gesunde Bedingungen im Berufsleben zu schaffen. Die individuelle "Vorsorge" besteht dann darin, so der Europäische Kodex in seiner Fassung von 2003, vorhandene Sicherheitsvorschriften auch zu beachten.
Zum persönlichen Lebensstil gehört auch der Umgang mit Belastungen, sei es im Alltag, bei der Arbeit oder in außergewöhnlichen Situationen. Was Menschen individuell als Stress erleben und was nicht, unterscheidet sich allerdings teils erheblich: Was den einen belastet, wird vom anderen möglicherweise als anregend empfunden. Nicht die von außen kommenden "Stressoren" bestimmen das Empfinden, sondern die persönliche Wahrnehmung. Auch macht es einen Unterschied, ob man sich Belastungen gegenüber als machtlos und ausgeliefert empfindet oder ob man das Gefühl hat, dass eine bestimmte Situation zwar anstrengend ist, man sie aber gut bewältigen wird.
Stressbedingte Reaktionen im vegetativen Nervensystem und im hormonellen Gleichgewicht, die während der Aktivierungsreaktion ablaufen, können bei hoher Intensität und langer Dauer durchaus körperliche Schäden anrichten. Nachgewiesen ist die Rolle von Stress beispielsweise bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten.
Für die Entstehung von Krebs konnten dagegen keine eindeutigen Zusammenhänge mit Stress gefunden werden, auch eine Krebspersönlichkeit gibt es nicht.
Bis zu einem Fünftel aller Krebserkrankungen weltweit führt die
Weltgesundheitsorganisation WHO auf Infektionen mit bestimmten
Krankheitserregern zurück. Dazu zählen unter anderem Hepatitis- und
Papillomviren sowie einige Bakterien oder Parasiten.
Zwar spielen
in Deutschland viele dieser Erreger nur eine untergeordnete Rolle. Die
Möglichkeit, sich gegen zwei wichtige Virustypen impfen zu lassen und
so das individuelle Krebsrisiko zu senken, steht jedoch auch hier
bestimmten Zielgruppen zur Verfügung.