
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.deAuch psychische Ursachen mindern den Appetit. Dass der Schock der Diagnose und eine anstrengende Therapie die Lust am Essen nicht gerade fördern, versteht sich von selbst. Ein neues Gleichgewicht stellt sich hier meist parallel zur Bewältigung und Verarbeitung der belastenden neuen Situation ein.
Subtiler und weit weniger beeinflussbar sind die Zusammenhänge, wenn es um die Ausbildung von Abneigungen und Widerwillen beim Essen geht.
Speisen werden dabei unbewusst mit einer zeitlich nahen, als sehr belastend erlebten Situation, zum Beispiel Chemotherapie, in Verbindung gebracht. Körper und Seele lernen, das abzulehnen, was die Erinnerung mit dieser Situation verknüpft. Dieser "erlernte" Widerwillen kann bis zum so genannten antizipatorischen Erbrechen gehen, bei dem der Körper den übelkeitsauslösenden Reiz der Zellgifttherapie sozusagen vorweg nimmt.
Zur Vorbeugung empfehlen Ernährungswissenschaftler und Pflegekräfte, einen nicht zu kurzen zeitlichen Abstand zwischen Essensaufnahme und eigentlicher Therapie einzuhalten. Kurz vor einer Therapie, bei der dem Patienten schon einmal schlecht wurde, sollte nicht gerade das Lieblingsessen serviert werden. Insgesamt ist es empfehlenswert, vorsichtig mit allen starken Gerüchen oder Geschmacksrichtungen zu sein. Eine ausführliche Übersicht über die Vermeidung von Übelkeit und die Entwicklung eines antizipatorischen Erbrechens hat der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Leben", Stichwort "Belastende Symptome" zusammengestellt.
Patienten und Angehörige haben jedoch auch schon ganz andere Erfahrung gemacht. In der Wahrnehmung der der Erkrankung und der Therapie gibt es große individuelle Unterschiede, und handfeste Daten aus wissenschaftlichen Untersuchungen, wie sich die Krankheitsbewältigung auf die Lust am Essen auswirkt, gibt es vergleichsweise wenige.