Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst


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Ernährung für Krebspatienten: Müssen Krebspatienten anders essen als Gesunde?

Wenn eine Therapie abgeschlossen ist und sich der Alltag wieder eingespielt hat, können die meisten Krebspatienten wieder ganz normal essen. Es stimmt zum Beispiel nicht, dass Krebspatienten grundsätzlich, auch nach einer Heilung, mehr Kalorien brauchen als Gesunde, oder pauschal bestimmte Dinge nicht vertragen würden. Wie sich der Alltag leichter wieder einspielen kann und wo es Tipps für Krebspatienten gibt, hat der Krebsinformationsdienst im folgenden Text zusammengestellt.

Ausgewogen und vielseitig essen

Liegen keine speziellen Ernährungsprobleme im Zusammenhang mit der Erkrankung oder als Therapiefolge vor, so gelten für Krebspatienten wie für ihre Familien die internationalen Empfehlungen zur Gesunderhaltung. Eine ausführliche Darstellung, welche Ratschläge Experten heute geben, was unter "gesund essen" und was unter "ausgewogen" zu verstehen ist, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Gesunde Ernährung – was versteht man darunter?" zusammengestellt. Ist der tägliche Speiseplan entsprechend ausgerichtet, ist es nicht nötig, für den Betroffenen extra zu kochen.

Anders sieht es aus, wenn Krebspatienten aufgrund ihrer Behandlung dauerhafte Einschränkungen erwarten müssen. Dies gilt vor allem für Patienten nach Magenkrebs, nach Speiseröhrenkrebs oder einer Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse, sowie für Betroffene mit Krebserkrankungen im Mund-Nasen- oder Rachenraum. Für sie kann eine gezielte Ernährungsberatung sinnvoll sein.

Ernährungsberatung - Einstieg in den Alltag

Einzelfall-Entscheidung
Ob eine unterstützende Beratung und Schulung ambulant oder stationär in einer Klinik sinnvoller ist, muss individuell entschieden werden.

Eine Ernährungsberatung ist für viele Patienten sinnvoll, die mit dauerhaften Einschränkungen beim Essen oder besonderen Anforderungen an die Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln umgehen müssen. Wie man mit der veränderten Verdauung, mit den besonderen Ernährungsmaßnahmen zurechtkommt, welche Hilfen es im Alltag gibt, kann schon im Anschluss an die erste Behandlung während einer stationären Rehabilitation oder einer Anschlussheilbehandlung erlernt werden (früher oft als "Nachsorgekur" bezeichnet). Auch von zu Hause aus können Krebspatienten Maßnahmen der Rehabilitation durchführen oder eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.

Kliniksozialdienst, Krankenkassen, REHA-Servicestellen

Mit Auskünften zu Beratungs- und Schulungsangeboten sowie zur Rehabilitation helfen noch im Krankenhaus die Kliniksozialdienste weiter. Für bereits entlassene Patienten kann der Hausarzt geeignete Angebote empfehlen. Ansprechpartner für bereits entlassene Patienten sind außerdem die Krankenkassen und bei Rehafragen die so genannten Servicestellen REHA. Sie werden von den Versicherungsträgern unterhalten; eine Liste der regionalen Stellen findet sich unter www.reha-servicestellen.de. Auch die Krebsberatungsstellen vermitteln bei Bedarf Ansprechpartner vor Ort.

Selbsthilfe vermittelt Praxistipps

Selbsthilfeorganisationen

Wichtige Informationsquelle für alle Patienten mit Ernährungsproblemen ist die Erfahrung anderer Betroffener: Die Selbsthilfegruppen verfügen oft über enorme individuelle Erfahrung, wie man im Alltag mit Einschränkungen umgehen kann. Unterscheiden sollten Betroffene aber zwischen

  • sehr persönlich gefärbten Tipps, die nicht auf jeden Patienten übertragbar sind, und
  • den meist von den Bundesverbänden der Selbsthilfe zentral verantworteten Broschüren und Empfehlungen.

Ernährung in der häuslichen Pflege

Aus dem Krankenhaus entlassen, aber noch nicht wieder fit für den Alltag? Viele Patienten wünschen sich keinen allzu langen Klinikaufenthalt und drängen nach Hause, sowie die Ärzte kein unmittelbares Risiko mehr sehen. Hinzu kommt, dass die Möglichkeiten der ambulanten Chemotherapie heute sehr ausgereift sind; für eine Strahlentherapie müssen Krebspatienten ebenfalls nur selten stationär ins Krankenhaus. Auch Betroffenen, denen es nicht gut geht, kann unter Umständen der Klinikaufenthalt erspart werden, wenn die Angehörigen oder Freunde alle Angebote der Unterstützung bei der Pflege ausschöpfen.

Medikamente und Mahlzeiten - Risiken vermeiden

Pillen, Kapseln oder Dragees schlucken, womöglich mehrmals täglich? Während einer Krebstherapie kann das unter Umständen einige Zeit zum Alltag gehören. Die Versuchung ist groß, das Einnehmen durch das Lieblingsgetränk zu erleichtern oder einen Nachgeschmack mit einem Happen Essen zu überlagern. Doch nicht alle Medikamente vertragen sich mit jedem Getränk oder allen Lebensmitteln. Dass man Tabletten nicht mit Milch einnehmen sollte, wissen viele Patienten – sie kann zum Beispiel die Aufnahme mancher Antibiotika behindern. Weniger bekannt ist, dass auch Grapefruit als Obst oder Saft die Verstoffwechselung nicht weniger Medikamente stören oder beschleunigen können. Ähnliches gilt für einige andere, wenn auch seltenere Zitrusfruchtarten; Orangen oder ihr Saft sind anscheinend nicht betroffen (hier ein Informationstext des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller unter www.die-forschenden-pharma-unternehmen.de/wissenswertes/schongewusst/
wissen_april/
).  Die verschiedenen Tees und Kaffee reagieren unter Umständen ebenfalls mit einigen Mitteln, ebenso Colagetränke und natürlich Alkoholika.

  • Insgesamt ist auf der sicheren Seite, wer Medikamente mit Leitungswasser einnimmt, sofern die Packungsbeilage nichts anderes vorsieht oder Arzt und Apotheker nichts anderes empfehlen.

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Seite drucken   Zuletzt aktualisiert: 20.12.2006