Praktische Tipps bei Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit und Erbrechen können für Patienten sehr belastend sein. Worauf sollten Krebspatienten achten, wenn ihnen übel ist? Was tun bei Schluckauf und Schluckbeschwerden? Der folgende Text des Krebsinformationsdienstes gibt Antworten auf diese Fragen.
Die genannten allgemeinen Tipps hat der Krebsinformationsdienst KID mit dem Brückenpflegeteam des Universitätsklinikums Heidelberg im Tumorzentrum Heidelberg/Mannheim zusammengestellt. Ob sie in der jeweiligen persönlichen Situation geeignet sind, sollte auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten und Pflegenden besprochen werden. Die Tipps beruhen überwiegend auf Erfahrungswissen: Für viele praktische Empfehlungen gegen Übelkeit und Erbrechen fehlt bisher noch der Beleg aus wissenschaftlichen Studien, dass sie tatsächlich wirken.
Letzte Aktualisierung: 02.02.2003
Inhaltsübersicht
Übelkeit und Erbrechen
Wichtig: Bei häufigem Erbrechen kann es zur Austrocknung kommen; daher
auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten! Test auf ausgeprägte
Austrocknung: Bei Anheben der Hautoberfläche auf dem Handrücken bleibt
nach dem Loslassen eine Hautfalte "stehen".
- Für Ruhe und Entspannung sorgen, Aufregungen, wenn möglich, vermeiden, gegebenenfalls auch ruhige Musik hören oder für Ablenkung sorgen
- Bei aufkommendem Übelkeitsgefühl entspannen und mehrmals tief ein- und ausatmen, Entspannungsübungen machen, die nach Anleitung gelernt werden können
- Nur essen, worauf man gerade wirklich Lust hat, im Zweifelsfall leichte Kost wie Zwieback und trockenen Toast
- Pfefferminz-Melisse-Tee ist einen Versuch wert
- Zitronen- oder Pfefferminzbonbons mit langanhaltendem Geschmack lutschen
- Beim Erbrechen im Bett den Kranken auf die Seite drehen, damit die Atemwege frei bleiben
- Nach dem Erbrechen sorgfältige Mundpflege, um Schleimhaut und Zähne zu schützen
- Medikamente gegebenenfalls in Zäpfchenform statt als Tablette verabreichen (Arzt nach geeigneten Präparaten fragen)
Schluckauf
Bei häufiger auftretendem Schluckauf sind zwar Hausmittel zunächst
einen Versuch wert. Trotzdem sollten der Arzt und die Pflegenden darauf
angesprochen werden.
- Bei Schluckauf schafft eine feuchtwarme Auflage auf den unteren Brustkorbbereich beziehungsweise den Rippenbogen oft Linderung
- Mehrere Schluck Eiswasser trinken
- Bei sehr lang anhaltendem Schluckauf (über mehrere Tage) können Mittel zur Hemmung der Magensäureproduktion kombiniert mit einem den Reiz mindernden sogenannten Neuroleptikum Abhilfe schaffen (Arzt fragen).
Schluckbeschwerden
Wenn Übelkeit auch mit Schluckbeschwerden verbunden ist, kann sogar die Aufnahme der Medikamente gegen das Erbrechen ein Problem werden.
- Beim Essen und Trinken möglichst aufrecht sitzen
- Weiche, pürierte oder passierte Speisen mit hohem Kalorien- und Eiweißgehalt (Pudding, Götterspeise, Eiscreme, Milchshakes oder Eierflips)
- Feste Speisen können püriert und verdünnt werden
- Viele Medikamente in Tablettenform können zermörsert und mit etwas Flüssigkeit gegeben werden (Tablettenmörser sind in Apotheken erhältlich), aber Achtung: Nicht alle Medikamente dürfen zerkleinert oder kombiniert werden, auf jeden Fall vorher den Arzt fragen! Viele Medikamente dürfen auch nicht beliebig mit jedem Getränk kombiniert werden, manche Mittel werden durch Milch unwirksam, andere beispielsweise durch Grapefruitsaft.
- Mit dem Arzt gegebenenfalls auch über "Astronautenkost" und andere Formen der unterstützten Ernährung sprechen
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