Links, Adressen, Ansprechpartner
An wen können sich Krebspatienten wenden, wenn bei ihnen ein Kinderwunsch besteht? Welche Fachärzte sind für sie die richtigen Ansprechpartner? Wie finden Betroffene Adressen von psychosozialen Krebsberatungsstellen? Welche Möglichkeiten bietet das Internet?
Patienten, Angehörige und Interessierte finden Antworten auf diese Fragen im folgenden Text. Er ist Teil umfassender Informationen des Krebsinformationsdienstes zum Thema "Kinderwunsch nach Krebs". Die aufgeführten Adressen stellen lediglich eine Auswahl dar: Dies bedeutet, dass für Betroffene auch weitere Anlaufstellen und Informationsquellen zur Verfügung stehen können.
Letzte Aktualisierung: 20.11.2008
Inhaltsübersicht
Erster Ansprechpartner behandelnder Onkologe
Die behandelnden Krebsärzte (auf Onkologie spezialisierte Ärzte) bleiben die wichtigsten Ansprechpartner bei der Frage nach Therapiefolgen, auch wenn die Erkrankung schon längere Zeit zurück liegt. Gemeinsam mit den Haus- oder Facharzt, der die Nachsorge koordiniert, können sie erste Angaben zum Thema Kinderwunsch erarbeiten. Bei Bedarf ist auch die Überweisung in die Sprechstunde des nächstgelegenen Zentrums möglich, das auf die Krebsbehandlung spezialisiert ist.
Mit den behandelnden Ärzten können betroffene Frauen zudem klären, ob aus medizinischer Sicht einer Schwangerschaft etwas entgegensteht. Männer wie Frauen können zudem mit Ärzten und psychoonkologischen Fachleuten, die es an fast allen Krebszentren gibt, die psychologische Seite der Familienplanung nach einer Krebserkrankung besprechen.
Untersuchung und Behandlung
Hat ein Paar diese Punkte geklärt und besteht berechtigter Verdacht, dass die Fruchtbarkeit durch die Erkrankung und ihre Behandlung beeinträchtigt sind, können Schritte zur Abklärung der Situation aus medizinischer Sicht begonnen werden.
- Ist unklar, ob die Zeugungsfähigkeit oder die Fähigkeit, ein Kind zu empfangen und auszutragen, überhaupt noch besteht, geben die Untersuchung beim Gynäkologen für Frauen und für Männer ein Test beim Urologen oder Hautarzt mit der Zusatzbezeichnung "Andrologie" Aufschluss.
- Diese Fachärzte sind meist auch schon die richtigen Gesprächspartner, wenn es um die Überweisung in spezialisierte "Kinderwunsch"-Sprechstunden geht. Solche Zentren gibt es an vielen Universitätskliniken oder großen Krankenhäusern. In einigen Regionen haben sich kleinere Kliniken oder Praxisgemeinschaften ganz auf dieses Thema spezialisiert. Sie bieten in der Regel besondere Untersuchungsmöglichkeiten sowie das ganze Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten bei Kinderwunsch an. Auch die entsprechende psychologische Unterstützung wird meist angeboten.
- Haus- oder Fachärzte können auch zu den genetischen Beratungsstellen überweisen, falls die Sorge besteht, ein Krebsrisiko an Kinder weiter zu geben oder durch die Behandlung Schäden an der Erbsubstanz verursacht zu haben.
Netzwerk FertiPROTEKT
Im Jahr 2006 wurde das Netzwerk FertiPROTEKT gegründet, das inzwischen auf den gesamten deutschsprachigen Raum ausgeweitet wurde. Es soll Frauen und Männern vor und nach einer Chemo- oder Strahlentherapie die Möglichkeit zu geben, sich nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich ihrer Fruchtbarkeit beraten und ggf. auch Maßnahmen zum Schutz ihrer Fruchtbarkeit durchführen zu lassen.
Die Internetseite www.fertiprotekt.de bietet ausführliche Informationen für Betroffene wie für Fachleute und auch Links zu spezialisierten Adressen.
Hilfe und Selbsthilfe
Was tun, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt? Wie vorgehen, wenn das Gefühl dafür fehlt, die Krebserkrankung gut genug verkraftet zu haben, um ein Kind groß zu ziehen? Wer hilft, wenn die Beziehung unter einer unklaren Situation leidet?
- Die psychologische Belastung, die aus einer Krebserkrankung und ihren Folgen resultiert, und die Zeit, die bis zur Herstellung eines neuen Gleichgewichts vergehen kann, sollten Betroffene und ihre Angehörigen nicht unterschätzen. Bei der Bewältigung kann es auch helfen, nicht alles alleine zu tragen oder nur in der Familie zu besprechen.
- Die psychosozialen Krebsberatungsstellen (hier eine Liste) sind erste Anlaufstellen für eine Beratung; sie verweisen bei Bedarf auch an weitere Ansprechpartner.
- Das Thema Kinderwunsch nach Krebs wird auch in Chats, Foren und virtuellen Selbsthilfegruppen im Internet diskutiert. Ein wichtiges Beispiel ist etwa Inkanet, unter www.inkanet.de.
- Weitere Selbsthilfegruppen, Anbieter von Foren, Chats und Informationen zum Thema finden sich in der Adressen- und Linkliste des Krebsinformationsdienstes.
- Ungewollt kinderlose Paare finden heute auch viele Möglichkeiten der Beratung, zum Beispiel über die ProFamilia-Stellen (www.profamilia.de) oder Unterstützungsangebote von Städten und Gemeinden. Betroffene haben sich in vielen Regionen in Selbsthilfegruppen organisiert. Auch im Internet sind Betroffene und Fachleute aktiv und bieten Informationen und den Austausch in Foren und Diskussionsgruppen, zum Beispiel unter www.wunschkind.de oder www.wunschkinder.net. Beide Angebote weisen über Links auch auf zusätzliche Informationsmöglichkeiten hin.
- Achtung: Nicht alle Angebote im Netz sind werbefrei, ein Blick auf die Finanzierung vieler Seiten lohnt sich! Mehr zur Einschätzung der Seriosität von Gesundheitsinformationen im Netz lesen Sie bei afgis, dem Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem unter www.afgis.de.
Broschüren
Das Thema Kinderwunsch wird in vielen Broschüren behandelt, die sich an Krebspatienten und -patientinnen richten. Eine Zusammenstellung kostenloser Informationen verschiedener Anbieter hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.
Grundlage: Leitlinien, Expertenwissen
Welche Folgen für die Fruchtbarkeit eine Tumorerkrankung haben kann, ist auch Thema aktueller Leitlinien. Solche Empfehlungen werden von Fachgesellschaften herausgegeben, Basis ist das jeweils aktuell zur Verfügung stehende Wissen. Die Texte sollen Ärzten einen Rahmen für die Betreuung ihrer Patienten bieten. Daher richten sich Leitlinien in der Regel an Fachkreise, mehr dazu bei der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften unter www.awmf.org/leitlinien.html.
Für einige Tumorarten stehen allerdings bereits Patientenversionen zur Verfügung, die unter dem gleichen Link zugänglich sind.
Weitere Informationen für Patienten wie auch für Fachleute halten Kompetenznetze und Studiengruppen bereit, die auch Forschung zu den Folgen verschiedener Krebserkrankungen und ihrer Behandlung durchführen. Hier eine Auswahl:
Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie: Informationen für Eltern krebskranker Kinder unter www.kinderkrebsinfo.de, Stichwort "Patienten", für Fachleute kann die AG Langzeitbeobachtung Informationen bieten, unter www.kinderkrebsinfo.de/e2260/e5888/e28639/e97742/index_ger.html.
Für (ehemalige) Patienten mit Lymphomen und die sie betreuenden Fachleute bieten die Studiengruppen des Kompetenznetzes Maligne Lymphome weitere Informationen, mehr unter www.lymphome.de (Links zu den Studiengruppen unter "Studien und Studiengruppen").
Das Kompetenznetz Leukämien bei Erwachsenen bietet Informationen für Patientinnen und Patienten unter www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/patienten/lebensqualitaet__spaetfolgen/fruchtbarkeit/. Fachleute finden Informationen unter www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/aerzte/fertilitaet/fertilitaet/.
Gerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an