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Defekte Prothesen der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) sollten entfernt werden
Implantat-Pass liefert Produktinformationen
Am 23. Dezember vergangenen Jahres hatten die französischen Gesundheitsbehörden bereits eine entsprechende Empfehlung veröffentlicht: In Frankreich, aber auch in Großbritannien und einigen anderen Ländern sind vermutlich wesentlich mehr Frauen betroffen als in Deutschland.
Die meisten Frauen hatten sich die umstrittenen Implantate zur Brustvergrößerung einsetzen lassen. In Medienberichten ist auch von möglicherweise betroffenen Männern die Rede, die Implantate der betreffenden Firma zur kosmetischen Muskelvergrößerung oder nach einer Hodenentfernung erhalten hätten. Aktuelle Zahlen für Deutschland stehen jedoch nicht zur Verfügung: Nachdem Ende Dezember nur 19 Fälle gemeldet worden waren, steigt die Zahl nun an.
Bereits 2010 wurden Brustimplantate der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) vom Markt genommen: Ärzte hatten festgestellt, dass die Prothesen auffallend oft schadhaft wurden. Später stellte sich zudem heraus, dass die Herstellerfirma kein für Medizinprodukte zugelassenes Silikon zur Füllung verwendet hatte, sondern Industriesilikon, um ihre Gewinnspanne zu vergrößern.
Anfang Dezember 2011 hatte das französische Gesundheitsministerium eine Expertenkommission beauftragt, die Risiken zu prüfen. Schon im Vorfeld verfolgten auch die zuständigen Behörden in anderen Ländern die Entwicklung aufmerksam.
Ob eine Frau eines der umstrittenen "Billig-Implantate" trägt, kann sie dem Produkt-Pass entnehmen, den sie von ihren Ärzten erhalten hat. Liegt dieser nicht vor, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.
Zum Weiterlesen
Fortlaufend aktualisierte Informationen stellt das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte
/riskinfo/empfehlungen/Silikon_Brustimplantate_PIP.html zur Verfügung.
Die aktuelle Empfehlung des französischen Ministeriums ist im Internet unter www.afssaps.fr abrufbar, ein beigefügtes PDF-Dokument enthält die konkreten Empfehlungen, die allerdings in dieser Form nur für Frankreich gelten. Mehr zur Expertenkommission bietet das Nationale Krebsforschungszentrum Frankreichs unter www.e-cancer.fr.
Auch andere Länder haben sich Anfang Januar 2012 zur Aktualisierung ihrer Empfehlungen entschlossen. Ein Beispiel ist Großbritannien: Dort raten die Gesundheitsbehörden jedoch nach wie vor nicht zur sofortigen Entfernung, sondern zunächst zur engmaschigen Kontrolle und Beratung durch die behandelnden Ärzte, mehr dazu unter http://mediacentre.dh.gov.uk/2012/01/06/statement-on-breast-implants/.
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